Dossier GIS Gemeinden

Vom Planschrank zum GIS-gestützten Werterhaltungssystem in der Gemeinde Ettingen (BL) (Geomatik Schweiz 5/2008)

GIS Winterthur (Geomatik Schweiz 3/2004)

10 Jahre LIS/GIS Chur (VPK 6/2002)

GIS Bern - jetzt auch im Internet (VPK 3/2002)

La mise en place d’une solution SIT pour les communes neuchâteloises (MPG 9/2000)

Stadt St. Gallen - GIS für alle (VPK 9/2000)

GIS Degersheim: GIS-Nutzung mittels Abfragestation (VPK 9/2000)

GeKaGe – Gebäudedaten für Kanton und Gemeinden (VPK 7/200)

Gestion des conventions communales à l'aide d'un SIT (MPG 5/2000)

Créer un SIT communal: pourquois, comment, avec qui? (MPG 4/2000)

GIS Messen/Limpachtal (VPK 5/99)

GIS Davos (VPK 5/96)

GIS Meilen (VPK 5/95)

 


10 Jahre LIS/GIS Chur

Geoinformationen und deren Visualisierung sind in Chur zu einem zentralen Element geworden, das Management von Raumdaten zur Hauptaufgaben des städtischen Vermessungsamtes. Mit dem Informationssystem Adalin werden heute mehr als 130 gut strukturierte Info-Ebenen verwaltet. In den vergangenen zehn Jahren wurde mit moderner Infrastruktur und einem guten Team eine breite Dienstleistungs- und Produktepalette erarbeitet. Als eigentlicher Quantensprung darf das seit dem letzten Jahr bestehende Angebot eines hochentwickelten ´Stadtplans´ auf der Website der Stadt Chur bezeichnet werden. Der Artikel zeigt rück- und ausblickend einige Aspekte des geografischen Informationssystems Chur.

R. Tremp, P. Bänninger, W. Adank, R. Conrad

Anforderungen der politischen Behörde

Erfüllt ein GIS auch die politischen Anforderungen?

Wäre der Entscheidungsprozess für die Erschliessung eines neuen Baugebietes oder für das Benchmarking von städtischem Boden ohne GIS eingeschränkt? Wäre die gesamtheitliche Übersicht zur Erneuerung der Infrastrukturen im Innenstadtbereich auch weniger umfassend oder nur mit viel Aufwand zu erreichen?

Das sind Fragen, die sich noch vor fünf oder zehn Jahren viel mehr auf persönliche Erfahrungen und Intuition abstützten. Im Zeitalter der Informationsvielfalt und der zunehmend vermehrt geforderten nachvollziehbaren Entscheidungskriterien ist der Schritt von der Erfahrung und Intuition zur umfassenden Datentransparenz eine logische Folge.

Damit ist auch gesagt, dass ein GIS politische Anforderungen erfüllen muss. Allerdings, und das scheint mir zentral zu sein, erfüllt ein GIS die politischen Anforderungen nur dann, wenn auch danach gelebt wird. Das betrifft nicht nur die Fachinstanzen sondern ebenso die jeweiligen Behörden.

 

Welche Ziele sind mit dem GIS anzuvisieren?

Als Zielsetzung für den politischen Alltag im Umgang mit GIS sehe ich drei Anforderungen:

·         die Informationen in geografischer Form müssen jederzeit verfügbar sein,

·         die thematischen Abhängigkeiten sind räumlich sichtbar zu machen und

·         die so vorhandenen Daten sollen die Entscheidungsgrundlagen ergänzen.

Das Tagesgeschäft wie auch die strategischen Prozesse in der politischen Arbeit gibt genügend Beispiele her, welche den Nutzen eines GIS aufzeigen. So zum Beispiel bei Anfragen über das aktuelle Baulandangebot in der Stadt, verbunden mit der Zonenzugehörigkeit, den Eigentumsverhältnissen und den verfügbaren Infrastrukturen oder für das Argumentarium in der parlamentarischen Diskussion zu erforderlichen Infrastrukturkrediten. Das Wissen um die Datenverfügbarkeit und die konsequente Benutzung derselben verhelfen so zu einem attraktiven Instrument.

 

Welche Inhalte im GIS sind zwingend?

Damit das GIS nicht für die fachliche Arbeit allein sondern auch für die politischen Aufgaben genutzt wird, braucht es ein minimales Datenangebot. Im Wissen, dass diese Beurteilung auch ein Stück Subjektivität beinhaltet, sollte doch folgendes Minimalangebot zwingend sein:

·       Strassen- und Parzellenübersicht, Grundstücksflächen, Zonenzuweisung,

·       Point of interests (allenfalls in Verbindung mit touristischen Angaben),

·       öffentliches Verkehrsnetz mit Haltestellen und Fahrplan,

·       Infrastrukturnetz (Wasser, Elektro, Gas, Abwasser sowie Telekommunikation).

Bereits beim Minimalangebot stellt sich jedoch die Frage, welche Daten auch für Dritte zugänglich gemacht werden sollen. Das betrifft insbesondere die Angaben über die Infrastrukturen. Eine Thematisierung dazu ist nicht nur wünschenswert sondern zwingend.

 

Was sind wünschbare Daten für die Arbeit?

Im Bewusstsein, dass der minimale Datenumfang kontinuierlich zunehmen und damit auch als selbstverständlich angesehen wird, gibt es aus heutiger Sicht doch Informationen, die weder zwingend noch für Dritte unbesehen einsehbar sein müssen. Das betrifft unter anderem:

·       Dienstbarkeiten auf Grundstücken, soweit diese allgemein einsehbar sind,

·       Kenntnisse über laufende oder abgeschlossene Verfahren, so z.B. aktuelle Baugesuche, Perimeter, Quartierpläne etc.,

·       Baustelleninformationen,

·       Eigentümerverhältnisse auf Grundstücken oder auch

·       Bezug auf das Baugesetz, in Verbindung mit dem Zonenplan.

Gerade die letzten zwei genannten Datenbestände dürften in absehbarer Zeit zum Standard eines GIS gehören. Die Stadt Chur hat den Schritt betreffend den Eigentumsverhältnissen bereits getan.

 

Einige Gedanken zum Datenangebot aus politischer Sicht

Die Datenhandhabung ist vergleichbar der Nutzung des öffentlichen Grundes. Ein Trottoir z.B. ist für jedermann begehbar und niemand muss speziell dafür zahlen. Das gilt meiner Ansicht nach auch für das minimale Datenangebot.

Stellt hingegen jemand einen temporären Container auf, so wird das Trottoir – oder der öffentliche Grund – zumindest zeitweise mehr beansprucht. Das entspricht dem gesteigerten Gemeingebrauch und ist in der Regel gebührenpflichtig. Das ist z.B. vergleichbar mit den Informationen über die Infrastrukturleitungen Wasser, Gas, Elektro, Abwasser und Telekommunikation. Hier besteht unter anderem aus Sicht von Bauunternehmen ein Interesse, wenn es um die rasche und genaue Übersicht bei Grabarbeiten geht. Dieses höhere Interesse könnte mittels einer jährlichen Gebühr abgedeckt werden.

Die noch intensivere Nutzung des Bodens, so z.B. für eine unmittelbare wirtschaftliche Nutzung, entspricht dem Sondernutzen. Dieser verlangt somit eine höhere Abgeltung. Beim sinngemässen Datenangebot könnten damit z.B. Einwohnerzahlen und deren Altersstruktur, verteilt im Hektarraster über das Siedlungsgebiet, vergleichbar sein. Nebst den Aufwendungen für die besondere Datenaufbereitung sollte hier der wirtschaftliche Nutzen ein Kriterium für die Preisfestlegung sein.

 

Was bedeutet das für die Zukunft?

Nebst den bereits erwähnten Kompetenzen braucht es auch die fachliche und politische Unterstützung der Vorgesetzten. Das allein genügt aber noch nicht. Nur wenn die finanziellen Mittel für den Einstieg wie auch für die konsequente Weiterführung vorhanden sind, werden sich die Investitionen mittel- bis langfristig lohnen. Der sogenannte „Return of Invest“ muss deshalb keine Floskel bleiben. Der Einsatz lohnt sich, aber es bleibt noch vieles zu tun.

 

Aufbau und Organisation

Seit Ende 1991 betreibt die Stadt Chur ein Landinformationssystem für öffentliche und private Zwecke. Insgesamt wurden dabei über 11 Mio. Franken in das LIS-Projekt, vor allem in die Geodatenerfassung investiert. Eine einwandfreie Zusammenarbeit von Vermessungsamt und den Industriellen Betrieben mit dem städtischen Amt für Telematik sowie eine in den ersten fünf Jahren intensive Unterstützung und Projektleitung durch IBM und Adasys waren Grundstein für das heutige Werk.

Die Hauptziele 1991

·       Es soll eine redundanzfreie und gut strukturierte Datenbank mit Geoinformationen erstellt werden.

·       In thematisch unabhängigen Ebenen sollen alle relevanten Fragen, welche im Zusammenhang mit dem Boden stehen, beantwortet werden können.

·       Die Geodienstleistungen für Verwaltung, Werke und Private sollen verbessert werden, insbesonders der Zugang zu den Geodaten soll erleichtert werden.

·       Alle Info-Ebenen müssen sich auf die Amtliche Vermessung abstützen.

·       Eine „unbeschränkte“ Lebensdauer der Daten ist ebenso zu beachten, wie Grundsätze bei der Datenerfassung.

·       Es soll vorallem ein bedürfnis- und wirkungsorientiertes Vorgehen gewählt werden (Ablösung grafischer Kataster, Aufwandreduktion).

·       Mit einer Glasfaser-Vernetzung das Projekt als Gemeinschaftsaufgabe betreiben und nutzen.

Die Umsetzung und Datenerfassung schritt dank der Unterstützung durch zahlreiche ortsansässige Ingenieurbüros mit klarem Leistungsauftrag/Pflichtenheft rasch voran. Man beschränkte sich vorerst auf den Perimeter der Bauzone mit den Themen Amtliche Vermessung, Leitungskataster und Raumplanung.

Wichtige Meilensteine

1991 GU-Vertrag I mit IBM/Adasys

1992 Glasfaser-Vernetzung

1993 GU-Vertrag II, Client-/Server-Betrieb

1994 Swisscom und Cablecom als Online-Kunden

1995 GU-Vertrag III, Installation NIS EW

1996 Abschluss Datenerfassung im Baugebiet

1997 Aris Support via Router

1998 SBB als Kunde mit Dauerbenutzung

1999 Start E-Mail-Business

2000 Neue Fast-Ethernet-Verbindungen

2001 Internetauftritt mit GIS-Daten

Ein kleines Team im Vermessungsamt ist heute Schaltstelle und bildet das Kompetenzzentrum . Dieses Team hat die zahlreichen Datenersterfassungen begleitet, laufend aktualisiert und koordiniert; er berät heute bei der Anwendung der digitalen Geodaten. Dabei steht der Systemmanager im Zentrum der Organisation: Er ist Ansprechperson für interne und externe Kunden. Er ist für unsere Organisationsgrösse in unserer Fachstelle auch am richtigen Ort, um zu gewährleisten, dass die verschiedenen LIS-Daten von anderen Abteilungen richtig aufbereitet werden oder um Daten an Dritte im gewünschten Format zur Verfügung zu stellen. Heute stehen 14 Workstations am Glasfasernetz.

Datenpflege, Nachführung

80 Prozent aller Handlungen und Entscheidungen des Wirtschafts- und Verwaltungslebens haben einen direkten oder indirekten Raumbezug. Diese Tatsache allein zeigt, welchen Stellenwert die geografischen Daten im Wirtschaftskreislauf haben. Die Betreiber von geografischen Informationssystemen sind also gefordert, den hohen Anforderungen der Wirtschaft und der Verwaltung gerecht zu werden und die entsprechenden Daten aktuell und effizient zur Verfügung zu stellen. Die Zielgruppen sind definiert, doch ist der Verwendungszweck auch genügend bekannt, um den Entscheidungsprozess wirkungsvoll zu unterstützen? Der Geodaten-Markt kann erst gedeihen, wenn Anbieter und Nutzer von denselben Voraussetzungen ausgehen.

Unser Ziel innerhalb des LIS Chur ist es, hochwertige Daten zur Verfügung zu stellen, welche jederzeit flächendeckend den vorgängig definierten Ansprüchen entsprechen. Dieser Anspruch stellt besonders an die Datenpflege und die Nachführung hohe Anforderungen. Die Nachführung ist nach Themen und Kompetenzen geregelt. So erfasst das Vermessungsamt alle im Felde zu erhebenden geometrischen Elemente (Amtliche Vermessung, Leitungskataster etc.) und dokumentiert diese im System. Die Attribute der entsprechenden Objekte werden je nach Thema von den Fachspezialisten selbst direkt am System nachgeführt. Heute werden die meisten Daten mit dem System Adalin verwaltet. Nur die konsequente Anwendung der Client-/Server-Architektur mit der Möglichkeit, pro Thema die Zugriffe und Berechtigungen zu regeln, ermöglicht dieses Vorgehen. Ein einziges zentrales System ist bei diesem Vorgehen jedoch nicht unbedingt erforderlich, obwohl es natürlich viele Vorteile enthält. So sind alle Themen nachvollziehbar mit ihren Beziehungen modelliert und können jederzeit über eine entsprechende Schnittstelle miteinander ausgetauscht werden.   Intern haben wir uns selbst kontrollierbare Qualitätsanforderungen gestellt. So soll zum Beispiel eine Werkleitung zwei Wochen nach der baulichen Verlegung im System verfügbar sein. Doch nicht nur die Nachführung ist ein wichtiger Aspekt einer aktuellen und qualitativ hohen Geodatenbank; die Datenpflege bedarf der gleichen Beachtung. Unter der Datenpflege verstehen wir, dass die Daten den geänderten Ansprüchen und Anforderungen angepasst werden. Die Anforderungen können sich beispielsweise durch neue Normen ändern (SIA405, DM01.AV etc.), die Ansprüche stellt der Kunde bzw. der Markt. Diese Änderungen können im Idealfall durch einen Schnittstellen-Transfer und entsprechende Anpassungen im Datenmodell gelöst werden, doch kann dies auch eine aufwändige Datenbereinigung und  -ergänzung erfordern. Aber auch neue Generationen von Hard- und Software können eine Datenpflege hervorrufen. Durch eine konsequente Trennung der Daten und deren Darstellung sind die Aufwendungen solcher Entwicklungen abschätzbar.

Die erwähnten Ansprüche werden an alle Daten gestellt. Das heisst für neue Themen muss die Nachführung sowohl finanziell, organisatorisch und technisch geregelt sein, bevor eine Datenerhebung überhaupt in Angriff genommen wird. Das Datenmodell wird gemeinsam mit dem hauptsächlichen Datennutzer erstellt und eine Schnittstelle mit allen Beziehungen vor Erfassungsbeginn definiert. Die Aufwendungen einer Datenerhebung, -nachführung und -pflege sollten dabei immer in einem wirtschaftsverträglichen Verhältnis zum Nutzen liegen.

GIS im Internet

Der Internet-Auftritt mit den geografischen Daten war für uns nicht nur ein wichtiger Meilenstein innerhalb des GIS-Projektes, sondern auch bedeutender Einschnitt in die tägliche Arbeit.

In unserem Projekt ‚GIS für alle‘ werden seit Mai 2001 über das Internet alle geografischen Daten visuell zur Verfügung gestellt, welche öffentlich zugänglich sind. Neben den Daten der Amtlichen Vermessung werden so die rechtsgültigen Zonendaten, das Stadtbusnetz, ein Luftbild und alle wichtigen Gebäude (POI) zur Verfügung gestellt. Neben der visuellen Darstellung der Daten können gezielte Informationen zu den Objekten abgefragt werden. So stellen wir nach dem anfangs erwähnten Grundsatz auch den Eigentümer eines Grundstückes, die Fixpunktkoordinaten mit Höhe und viele andere Informationen über das Internet zur Verfügung. Gezielt kann nach einer Strassenadresse, einer Parzelle oder einem POI (Points of interest) gesucht werden. Alle Daten innerhalb dieses Internet-Auftrittes sind aus dem LIS der Stadt Chur abgeleitet. Sie stellen also ‚nur‘ eine spezielle Sicht und eine Auswahl des LIS dar.

Die effektive Umsetzung dieses Projektes vom Softwareentscheid bis zur Aufschaltung im Internet betrug einen Monat. Dies konnte nur erreicht werden, weil wir zu jedem Zeitpunkt eine allgemeine Schnittstelle mit allen Beziehungen (INTERLIS) zu all unseren GIS-Daten zur Verfügung hatten, die Daten generell von der Grafik getrennt verwaltet werden und die Kompetenz aller Beteiligten vorhanden war.

Im Monat wird der Stadtplan im Durchschnitt von 12'000 Personen besucht. Diese sind für uns heute bezüglich Aktualität die besten Datenverifikatoren, denn nicht vorhandene Objekte oder Adressen werden meist sehr rasch gemeldet. Doch erst zusammen mit den Informationen der Eigentümer und der Fixpunkte haben wir unser Ziel erreicht, dass tägliche Störungen zwecks Auskunftserteilung oder kleinen Planlieferungen markant abgenommen haben, und wir uns vermehrt unseren Kernaufgaben zuwenden können. Insgesamt erhält aber auch im Internet die Zuverlässigkeit und Aktualität der Daten eine grosse Bedeutung. Wir mussten deshalb den Update-Rhythmus für bestimmte Informationen verkürzen.

Für uns bedeuten GIS-Daten im Internet Öffentlichkeitsarbeit und damit einen verbesserten Kontakt zu unseren Kunden. Als erfreulicher Nebeneffekt wurde der Internetauftritt aber zum Marketing für Geoservices, indem neue Dienstleistungen gewünscht werden und sich daraus neue Projekte ableiten.Der nachhaltige Erfolg des Landinformationssystemsprojektes der Stadt Chur basiert auf dem Zusammenspiel von verschiedenen Erfolgsfaktoren. Im Zentrum stehen dabei die raumbezogeneren Informationen, respektive die Daten.

Von zentraler Bedeutung sind deshalb die Datenmodelle. Sie müssen möglichst realitätsnahe und nach Zuständigkeiten getrennt, in thematisch unabhängigen Ebenen modelliert werden. Um eine grösstmögliche Flexibilität zu garantieren, darf dabei die Speicherung der Daten nicht abhängig von ihrer Bearbeitung und Präsentation sein. Verschiedene Pläne und Listen können somit aus den immer gleichen Daten in Form von verschiedenen Sichten oder auch „Views“ mittels Abbildungen generiert werden. Eine so konsequent umgesetzte Systemarchitektur ermöglicht es der Stadt Chur aus den vor zehn Jahren erfassten Daten einen aktuellen Stadtplan oder auch einen Übersichtsplan der anstehenden Zonenplanänderungen zu generieren. Damit dies nach den heute im Jahre 2002 herrschenden Vorstellungen gemacht werden kann, mussten die Datenmodelle und selbstverständlich auch die Daten Schritt halten mit den gestiegenen Anforderungen und den heute geltenden Vorschriften und Normen. Die Unterstützung der Vorschriften der Amtlichen Vermessung AV93, der neuen Norm SIA405 oder des geltenden Raumplanungsmodells im Kanton Graubünden sind Beispiele für dieses Schritt halten mittels „Datenlift“ in den vergangenen zehn Jahren.

Voraussetzung für das Funktionieren dieser Datenlifts und damit die Sicherung des Investitionsschutzes war die Einführung von INTERLIS als universelle Datenschnittstelle im Laufe des Projektes. Neben dem internen Schritt wurde und wird damit auch eine universelle Nutzung der heute zur Verfügung stehenden LIS-Daten der Stadt Chur ermöglicht.

Die schönsten Datenmodelle nützten allerdings wenig, wenn daraus nicht die geforderten Produkte produziert werden können. Deshalb mussten auch die Auswerte-Algorithmen durch laufende Erweiterungen und Optimierungen angepasst werden. Automatisch generierte Bandierungen und komplexe Schraffuren von überlagernden Zonen sind nur zwei Beispiele von solchen Algorithmen.

Dass die GIS-Software Adalin auch mit der rasanten Entwicklung im Bereich Hardware (Prozessoren, Bildschirme, Plotter) und Betriebssystemversionen mitziehen musste, war für uns eine Selbstverständlichkeit und ist ebenfalls ein Beitrag zum Investitionsschutz.

Neben den technischen Erfolgsfaktoren spielt aber auch der Faktor Mensch eine wesentliche Rolle. Das partnerschaftliche Vorgehen und eine konsequente Führung des LIS-Projektes Chur trugen entscheidend zum Erfolg des Projektes bei.

Gemessen an den zu Beginn des Projektes aufgestellten Regeln:

·         realitätsnahe Datenmodelle, nach Zuständigkeiten und thematisch unabhängig

·         beliebige Sichten auf immer die gleichen Daten

·         Schnittstelle für sämtliche Objekte und Beziehungen (Import/Export)

·         partnerschaftliches Vorgehen, das organisatorisch abgestützt ist

  • dokumentiert das LIS Chur eine wirkliche Erfolgsgeschichte.

Die Anforderungen an raumbezogene Informationen werden in Zukunft stark steigen, u.a. weil immer mehr Bedürfnisse im beschränkt zur Verfügung stehenden Raum abgedeckt werden sollten. So müssen zum Beispiel für die Infrastrukturnetze Werterhaltungskonzepte erstellt oder die öffentlich rechtlichen Beschränkungen dokumentiert und verwaltet werden.

Aus der Forderung nach realitätsnahen Datenmodellen werden in Zukunft noch umfang- und beziehungsreichere   und somit komplexere Datenmodelle resultieren. Sicher muss dabei auch die dritte Dimension vermehrt in die Datenmodelle einfliessen. So wird zum Beispiel der Strassenkörper bereits heute durch verschiedenste Infrastrukturnetze und Anbieter belegt.

Die komplexeren Datenmodelle erfordern in Zukunft aber auch anspruchsvollere Werkzeuge für die Produktion der nötigen Auswertungen. Für die universelle Nutzung der Geodaten müssen die Schnittstellenwerkzeuge den gestiegenen Anforderungen angepasst werden. In Zukunft soll möglichst jedermann von Geodaten mittels Geoservices profitieren können.

Bilanz aus der Sicht des Betreibers

Insgesamt handelt es sich um eine interessante und komplexe Aufgabe, welche einer ständigen Entwicklung unterworfen ist. Organisation ist ein wesentlicher Aspekt und eine permanente Herausforderung, gerade in der heutigen Zeit, wo Wandel zur Konstante geworden ist. Die anvisierten Hauptziele wurden alle erreicht.

Das GIS der Stadt Chur ist heute ein Begriff und für die Verwaltung, insbesondere für das Bauamt, das Vermessungsamt, das Grundbuchamt, das Planungsamt und die Industriellen Betriebe wie auch für Private von grosser Bedeutung. Ausschlaggebend für die positive Bilanz sind im weiteren die richtige Wahl der Software, welche eine themenunabhängige und strukturierte Datenspeicherung gewährte; zudem starke externe Partner, die bereits frühzeitig erfolgte Vernetzung und die intensive Zusammenarbeit bei den Datenerfassungen mit privaten Ingenieurbüros. Die mehrfach erwähnten Grundsätze bezüglich der Daten werden konsequent weiterverfolgt. Nachhaltigkeit ist bei uns nicht erst seit zwei Jahren ein Schlagwort. Ein Vorteil war bestimmt auch die Umsetzung und praktische Abstützung im Tagesgeschäft der Amtlichen Vermessung, der Bauvermessung, beim Leitungskataster und im Geodatenservice. Entscheidend für die Vermarktung von Geodaten ist die Symbiose zwischen Datenumfang, Qualität, Aktualität und Verfügbarkeit.

Der Nutzen ist vor allem im Zeitgewinn bei unseren zahlreichen, kurzfristigen Aufträgen, in einer Verbesserung der Qualität und im Ausbau von Dienstleistungen zu finden. Erfreulicherweise sehen das auch unsere Kunden so. Neue Perspektiven sind ebenfalls mit dem Internetauftritt eröffnet. Wir betrachten das GIS jedoch weiterhin als Gemeinschaftsaufgabe und wollen diese Strategie auch in Zukunft mit der Auslagerung von bestimmten Geoservices an Private verfolgen.

Wenn Sie sich für unsere Arbeit, Angebote und Leistungen interessieren, sind Sie herzlich eingeladen, unter: www.chur.ch.

Roland Tremp
Stadtrat, Vorsteher Baudepartement
Stadtverwaltung Chur
CH-7000 Chur

Peter Bänninger
Geschäftsführer Adasys/ARIS
Lindenbachstrasse 11
CH-8006 Zürich

Willi Adank
Abteilungsleiter Vermessung
Stadtverwaltung Chur
CH-7000 Chur
willi.adank@chur.ch

Reto Conrad
Systembetreuer GIS
Stadtverwaltung Chur
CH-7000 Chur
reto.conrad@chur.ch

Vollständige Version siehe VPK 6/2002
Bestellung VPK: verlag@geomatik.ch


GIS Bern - jetzt auch im Internet

Seit Mai 2001 verfügt die Stadt Bern in ihrem Internetportal www.bern.ch über einen digitalen interaktiven Stadt- und Regionsplan. Dank diesem können die vorhandenen raumbezogenen digitalen Daten der Stadt Bern einem breiten Kreis von Anwendenden in vielfältiger Präsentation zugänglich gemacht werden. Ziel der Plattform „Geodaten für alle“ ist, die Informationssituation betreffend Geodaten für Bürgerschaft, Wirtschaft und Verwaltung zu verbessern und die wirtschaftlichen Standortvorteile der Stadt und der Region Bern nachhaltig zu stärken.

E. Mühlemann und R. Giezendanner (2002)

Das Vermessungsamt erstellt und bewirtschaftet seit über 120 Jahren das Vermessungswerk der Stadt Bern. Basierend auf diesem Vermessungswerk wurden bis anhin im Deckpausverfahren die verschiedensten Themen dargestellt (z.B. Nutzungszonenplan, Baulinienplan). Dank der provisorischen Nummerisierung existiert seit 1999 das gesamte Vermessungswerk in digitaler Form. Auf diesen Basisdaten der amtlichen Vermessung bauen alle digitalen räumlichen Themen auf (z.B. Nutzungszonenplan, Baulinien, Leitungskataster). Viele Stellen in der Verwaltung erfassen und bewirtschaften ihre geografischen Daten (Geodaten) in analoger oder digitaler Form. Nach intensiver Aufbauarbeit liegen im geografischen Informationssystem (GIS) der Stadt Bern grosse Mengen Geodaten in digitaler Form vor. Mittels Internettechnologie ist jetzt die breite Nutzung dieser Investitionen möglich.

Das Bedürfnis vieler städtischer Stellen, ebenso wie die Nachfrage von ausserhalb der Verwaltung zur Nutzung von Geodaten ist hoch und nimmt mit den neuen Informatiktechnologien rapide zu. Mit der Plattform „Geodaten für alle“ können die jetzt vorhandenen wertvollen, raumbezogenen und digitalen Daten einem breiten Kreis von Anwendenden zeitverzugslos und stets aktuell zugänglich gemacht werden. Auf dem Internetportal www.bern.ch ist ein interaktiver Regionsplan verfügbar. Dessen Funktionalität erlaubt den Benutzenden, mit einfachen Interaktionen eine kaum vorstellbare Informationsdichte selektiv sichtbar zu machen und verständlich darzustellen. Die realisierte Lösung setzt neue Standards.

Entwicklungsphasen eines GIS

Die Entwicklung eines geografischen Informationssystems läuft grundsätzlich über vier Stufen:

1.   Datenakquisition
Beschaffung, Bereinigung, Veredlung, Abspeicherung.

2.   Datennutzung
Analyse, Kombination, Präsentation, Bewirtschaftung, Nachführung.

3.   Datendiffusion
Datenverteilung, Aggregation, Abgabe analoger und digitaler Daten, analoge (Pläne) und elektronische Publikation (Intranet, Internet).

4.   Integration
Die GIS-Daten werden in einem Datawarehouse (Standarddatenbank und -datenstrukturen) für den Zugriff aus beliebigen Standardapplikationen (z.B. Eigentümerregister, Baubewilligungsverfahren) bereit gestellt. Sie stehen damit dem Workflow und einer E-Government-Lösung uneingeschränkt zur Verfügung.

Verschiedene Datenbestände des GIS Bern haben die Phase 1 und 2 bereits durchlaufen und werden nun in der Phase 3 mit der Plattform „Geodaten für alle“ Interessierten inner- und ausserhalb der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt.

Welchen Nutzen bringen digitale Geodaten

Quantitativer Nutzen

·         Durch die Verbreitung städtischer Geodaten, wie z.B. der Nutzungszonen, Baulinien, Schutzinventare der Denkmalpflege etc. über moderne Kommunikationsmittel (z.B. Internet) kann die „Marktdurchdringung“von öffentlichen Plänen erhöht werden.

·       Aus der Nutzung des digitalen Regionsplans durch Dritte (Wirtschaft, z.B. Immobilienunternehmen, Bern Tourismus, Unternehmen mit verschiedenen Standorten etc.) können Erträge erwirtschaftet werden.

·       Mitwirkungsverfahren und öffentliche Auflagen können künftig auch elektronisch durchgeführt werden, was Interessierten ermöglicht, die Auflagedokumente zu Hause einzusehen.

·       Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung haben aktuelle Geodaten für ihre tägliche Arbeit direkt am Bildschirm zur Verfügung; der Beschaffungsaufwand entfällt und der Raumbedarf für Planarchive nimmt ab. Zudem werden mittelfristig die Auskunftsstellen der Verwaltung entlastet.

Qualitativer Nutzen

·       Unter www.bern.ch steht ein elektronischer Stadt- und Regionsplan zur Verfügung.

·       Die mit grossem Aufwand erarbeiteten Datenbestände können von den Bürgerinnen und Bürgern, der Wirtschaft sowie der Verwaltung online genutzt werden.

·       Bürgerinnen und Bürger, die Wirtschaft sowie alle Verwaltungsstellen haben Zugriff auf aktuelle Grundlagedaten.

·       Auszüge von Geodaten können in die bestehende Arbeitsumgebung (Word, Excel, PowerPoint, Visio etc.) eingeführt werden.

·       Die Publikation von Planungsgrundlagen (Nutzungszonenpläne, Baulinienpläne, Schutzinventare der Denkmalpflege etc.) ist ein Schritt zur transparenten Verwaltung.

·       Die Visualisierung städtischer Vorhaben und Projekte, z.B. für Vernehmlassungsverfahren, Mitwirkungsverfahren, öffentliche Auflagen etc. wird verbessert.

Ziele der Plattform Geodaten für alle (GFA)

Die Plattform GFA besteht aus drei Bereichen:

·         InterGeo: Öffentliche Daten werden im Internet zugänglich gemacht

·         IntraGeo: Spezielle Daten der Stadtverwaltung sind nur auf dem Intranet der Stadtverwaltung verfügbar

·         ExtraGeo: Daten von privaten und öffentlichen Anbietern werden nur Berechtigten mit Passwortschutz zugänglich gemacht.

Für alle Nutzenden wird dieselbe Technologie und Logistik verwendet. Die öffentlichen Hintergrunddaten (z.B. Amtliche Vermessung, Nutzungszonenplan, Orthophoto etc.) sind für alle dieselben. Sie werden zentral gespeichert und von den zuständigen Stellen aktuell gehalten. Diesen Hintergrunddaten können beliebige zusätzliche Daten überlagert werden. Ein Nutzungskonzept regelt Fragen wie Zuständigkeiten, Kostenträger etc.

Der interaktive und dynamische Internet-Regionsplan repräsentiert die Realisierung des Bereichs InterGeo. Dieser geht zwangsläufig über die eigentliche Stadtgrenze hinaus, machen doch z.B. der öffentliche Verkehr aber auch die Planung im weitesten Sinne keinen Halt vor politischen Grenzen. Somit kann diese Plattform auch Nachbargemeinden und vielen privaten Anbietenden von geografisch darstellbarer Information (Immobilien, Tourismus etc.) zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden.

In diesem Sinne ist der Internet-Regionsplan von Bern etwas ganz Besonderes: Eine Plattform mit noch kaum vorstellbaren Möglichkeiten für alle Anbietenden und Nutzenden von geographischer Information in der ganzen Region Bern.

Die Idee der Internet-Plattform GFA

Für all jene, die bisher Pläne und Karten für ihre Information, Planung und Entscheidungsfindung benutzten, stellte sich immer wieder dasselbe Problem: Es gibt Landeskarten, Stadtpläne, Zonenpläne, Grundbuchpläne etc. Pläne über Pläne. Aber: Jeder Plan, jede Karte diente einem speziellen Zweck. Dazu wurde auf dem Papier die Information in einem bestimmten Massstab, mit einem bestimmten Informationsgehalt und einer bestimmten Darstellung statisch dargestellt. Die Kombination dieser vielfältigen Pläne zur Gewinnung einer bestimmten, neuen, vorher nicht vorgesehenen Information wurde den Anwendenden überlassen.

Mit der Technologie der geografischen Informationssysteme (GIS) kann dieses Problem gelöst werden: Die geografische Information wird zusammen mit den zugehörigen beschreibenden Daten (Attributen) nach verschiedenen Gesichtspunkten strukturiert und im Massstab 1:1 in Computern abgespeichert. Eine wesentliche Aufgabe der GIS ist nun, diese Daten den Benutzenden zur Interaktion anzubieten.

Die Anwendenden können somit die sie interessierenden Daten lageweise über die qualitativ hoch stehenden und deshalb allen Ansprüchen genügenden Hintergrunddaten der Amtlichen Vermessung aufschichten. Dadurch lassen sich optische Beziehungen herstellen, ohne sich mit den herkömmlichen, unterschiedlichen Planwerken auseinandersetzen zu müssen.

Seit etwa zwei Jahrzehnten bedienen sich GIS-Spezialisten (Geoinformatiker) solcher komplexer Computersysteme. Mit GFA werden die geografischen Daten aus diesen Spezialistensystemen herausgelöst und zur einfachen Nutzung mittels Internettechnologie allen Berechtigten zur Verfügung gestellt.

Der Regionsplan im Internet wurde interaktiv und dynamisch aufgebaut. Interaktiv heisst, dass den Benutzenden einfache Funktionen zur Verfügung stehen, um die gewünschten Daten (und nur diese) in einer bestimmten Darstellung abzurufen. Dynamisch heisst, dass die Technologie dafür sorgt, dass sich die Informationsdichte automatisch dem interaktiv gewählten Ausschnitt anpasst. So kann vom Grossen ins Kleine oder nach Belieben auch umgekehrt gearbeitet werden, Information hinzu- und wieder weggeschaltet werden. Ausserdem kann – im Gegensatz zu Papierplänen – die hinterlegte, beschreibende Information bei Bedarf abgerufen werden, z.B. ein Link auf eine Internet-Seite einer Verwaltungsstelle.

Diese innovative Applikation wurde von der Firma GeoTask AG in Basel in enger Zusammenarbeit mit den Spezialisten des Vermessungsamtes der Stadt Bern entwickelt. Von derselben Firma stammt das bereits erfolgreich im Einsatz stehende Werkzeug „Baukoordination“, mit dem die Bautätigkeiten im öffentlichen Raum der Stadt Bern koordiniert werden.

Funktionalität und Gebrauch

Damit dieselbe Plattform sowohl für die breite Öffentlichkeit im Internet als auch für spezialisierte Benutzende im Intranet und Extranet genutzt werden kann, wurde bezüglich Funktionalität, intuitiver Nutzung und Ergonomie ein Mittelweg eingeschlagen: Die Bedienung ist so einfach, wie es die Fülle der angebotenen Funktionalität gerade noch erlaubt.

Wesentliche Funktionen sind Suchen, Darstellen, Navigieren und Ausgeben. Auf der linken Seite des Bildschirms sind die Funktionen für die Suche mittels Begriffen und für die Auswahl der Darstellungsart angeordnet. Auf der rechten Seite befinden sich die Navigations- und Ausgabefunktionen. Wenn Sie den Mauszeiger kurz auf einem Schaltknopf ruhen lassen, dann erhalten Sie eine Angabe über den Zweck dieses Knopfes.

Sie suchen z.B. die indische Botschaft. Wählen Sie links unten „Botschaften“ und schon bietet das System die bekannten Botschaften im Auswahlfenster an. Wählen Sie „Indien“ an und klicken Sie auf den Knopf „Suchen“. Im Kartenfenster erscheint die genaue Lage und darüber im Übersichtsfenster der dargestellte Kartenausschnitt in der Region.

Klicken Sie über der Karte auf den Info-Knopf „i“ und dann auf das Botschaftssymbol im Kartenausschnitt. Sofort bietet das System die gespeicherten Informationen über die Botschaft. Sie können dieses Info-Fenster bei Bedarf wieder schliessen. Wie Sie zur Botschaft kommen? Wechseln sie von der Suchfunktion in die Darstellungsfunktion, indem Sie rechts oben auf den Reiter „Darstellung“ klicken. Links unten wählen Sie zur Abwechslung „thematisch“ (statt „alphabetisch“), suchen im Rollfenster „Verkehr“, klicken auf das „+“ und wählen anschliessend „Haltestellen...“ und „Parkhäuser“. Klicken Sie nun auf den Knopf „Darstellen“. Gewinnen Sie eine etwas grössere Übersicht, indem Sie über dem Kartenausschnitt zum Wegzoomen das „-“ aktivieren und anschliessend in der Karte den gewünschten neuen Kartenmittelpunkt anklicken. Mit dem Info-Knopf erfahren Sie nun, dass Sie mit dem Auto am besten ins Parkhaus City-West oder mit dem öffentlichen Verkehr am besten zur Haltestelle „Kaufm. Verband“ fahren. Wollen Sie wissen, wie weit die Botschaft vom Parkhaus City West entfernt ist? Aktivieren Sie den Mess-Knopf über der Karte, klicken Sie auf das Parkhaus und dann auf die Botschaft, sofort erscheint unten am Kartenrand ca. „320 Meter“. Sie können die Karte nun ausdrucken oder in eine Datei speichern. So können Sie für sich oder Ihre Besucher bedarfsgerechte Lagepläne erstellen. Wenn Sie wollen, können Sie dazu einen bestimmten Massstab angeben. Weitere Details erfahren Sie unter dem Hilfe-Knopf rechts oben. Erforschen Sie das Angebot – es macht wirklich Spass.

Wegweisende Zusammenarbeit mit den Regionsgemeinden

Die Internet-Plattform GFA ist vom technischen Ansatz her für den Einsatz praktisch unbegrenzt, sowohl in ihrer geografischen Reichweite als auch in der thematischen Tiefe und Vielfalt. Aus Sicht des Vermessungsamts macht es Sinn, diese Plattform so breit und so intensiv wie nur möglich zu nutzen: Durch die Öffentlichkeit, durch Verwaltungsstellen und durch die Privatwirtschaft, innerhalb und ausserhalb von Bern. Durch die Triage InterGeo, IntraGeo und ExtraGeo ist es möglich, sehr vielen Anforderungen zu genügen, insbesondere auch des Datenschutzes.

Um den regionalen Aspekt zu verwirklichen, wurde eine Zusammenarbeit mit den Aussengemeinden und ihren Nachführungsgeometern angestrebt. Eine wichtige Rolle spielt der Verein Region Bern (VRB), der die Plattform GFA nach eingehender Prüfung unterstützt und den Gemeinden empfiehlt. Der VRB übernimmt wichtige Koordinatinsaufgaben.

Die Nachführungsgeometer stellen die Daten bereit (Amtliche Vermessung, geocodierte Gebäudeadressen, Points of Interest etc.) und sind für die Kontakte mit den Gemeinden zuständig. Die Zusammenarbeit zwischen dem Vermessungsamt der Stadt Bern und den Nachführungsgeometern wird über Vereinbarungen geregelt, die auch die Verteilung der Kosten einschliessen. Das Interesse bei den Aussengemeinden ist gross. Die Gemeinden Ittigen und Bolligen haben ihre Daten bereits online, weitere Gemeinden werden im Laufe des Jahres 2002 dazu kommen.

Datensätze

Um während des Aufbaus der Plattform GFA trotzdem flächendeckende Daten über die ganze Region Bern anbieten zu können, werden die Daten der Amtlichen Vermessung durch Daten aus der Fahrzeugnavigation ergänzt (Firma Navtech, Zollikofen). Diese sind nicht so detailliert und vielfältig wie die AV-Daten, sie decken aber das Bedürfnis nach regionalem Überblick bestens ab.

Damit für alle Datensätze (Haltestellen, Schulhäuser, Sehenswürdigkeiten etc.) Aktualität und Richtigkeit gewährleistet werden können, werden den Datensätzen sogenannte Datenherrschaften zugeordnet. Diese bestimmen im wesentlichen, welche Daten in welcher Form aufgeschaltet werden. In der Regel wird dann mit den zuständigen Stellen eine Vereinbarung getroffen über die Nutzung und Abgeltung der Plattform GFA.

Die einzelnen Datensätze sind thematisch in sinnvollen Rubriken (z.B. Verkehr, Dienstleistungen etc.) zusammengefasst. Für die Suche und Darstellung können die Datensätze entweder thematisch oder alphabetisch dargestellt werden.

Die Vision: GFA im Wirtschaftsraum Bern

Unsere Vision: Die Internet-Plattform GFA der Stadtverwaltung wird in der Grossregion Bern von vielen Gemeinden und Unternehmungen für die Publikation und Bewirtschaftung von Geodaten genutzt. Die öffentlichen Geodaten sind Bestandteil des Kulturgutes eines fortschrittlichen Staatswesens und stehen als solche einer breiten Öffentlichkeit zur unentgeltlichen Nutzung zur Verfügung.

Edi Mühlemann
Rolf Giezendanner
Vermessungsamt der Stadt Bern
CH-3000 Bern
eduard.muehlemann@bern.ch
rolf.giezendanner@bern.ch

Vollständige Version siehe VPK 3/2002
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La mise en place d’une solution SIT pour les communes neuchâteloises

Pour essayer de comprendre et de gérer leur environnement, les hommes ont de tout temps cherché à fixer la position géographique des lieux puis représenter ses infrastructures sur la base des plans ou des cartes établis. Ces documents furent d’abord des tablettes d’argile, des feuilles de papyrus, du papier, du film et enfin les différents supports informatiques que nous connaissons. Les savants de la Grèce antique, les ingénieurs romains, les mathématiciens arabes, les cartographes du moyen âge, les géomètres des dernières décennies et enfin les géomaticiens d’aujourd’hui ont tous fait évoluer les méthodes et les concepts de la cartographie, de la topographie et de la géomatique. Au fil des siècles, les méthodes de travail et la technologie ont évolué. Les questions et les problèmes, eux, sont restés identiques. Comment représenter et administrer son patrimoine d’une manière simple, rationnelle et transmissible aux générations futures.

Thierry Schmidlin (2000)

A l’heure actuelle, la technologie nous propose des Systèmes d’Information du Territoire (SIT) pour gérer notre environnement. Ces outils sont développés par des équipes d’informaticiens à l’intention d’un large public. Bientôt, et avec peu de connaissance, tout un chacun pourra utiliser ces logiciels et gérer de l’information géographique. Mais qui dit utiliser ne veut pas dire maîtriser. Les professionnels de la gestion du territoire demeurent les spécialistes en matière de SIT. Notre tâche est donc de mettre en place des structures, de conseiller, d’épauler, de seconder et de stimuler des utilisateurs chevronnés ou occasionnels, des administrateurs ou des décideurs. Grâce à cette approche personnalisée, une bonne connaissance des besoins du client et l’utilisation d’un SIT modulaire, notre société a équipé des clients aussi différents que des petites ou grandes communes, des bureaux d’urbanisme, de géomètres, d’ingénieurs civils, également dans des écoles d’ingénieurs et professionnelles comme support d’enseignement.

Mon but n’est pas d’élaborer ici une théorie sur des concepts SIT, mais de présenter concrètement, à l’aide de cas réels, la mise en place de ces outils pour les communes neuchâteloises. Certains professionnels seront peut-être déçus par l’approche très pragmatique proposée, mais le monde des SIT doit maintenant se vulgariser afin que ces logiciels de gestion du territoire deviennent aussi banals qu’un traitement de texte.

Les communes neuchâteloises

62 communes composent le canton de Neuchâtel. Il s’étend sur une superficie de 803 km2 pour une population d’environ 165'000 habitants. On y compte 3 villes, Neuchâtel, La Chaux-de-Fonds et Le Locle, 26 communes de 1000 à 5000 habitants et 33 communes à caractère rurale de moins de 1000 habitants. 58 communes ont signé une convention avec le Centre Electronique de Gestion (CEG) de la Ville de Neuchâtel. Ce partenariat a pour but d’uniformiser les standards informatiques dans toutes les communes du canton. On retrouve ainsi dans chaque administration les mêmes configurations matérielles et logicielles. De plus, les communes sont reliées entre elles par une autoroute informatique à haut débit : le noeud cantonal.

Ces choix informatiques et logiciels sont issus du Concept Intégré de Gestion des Informations des administrations Neuchâteloises (CIGIN). Ce concept, établi il y a plus de 10 ans, est représenté par trois familles de sphères, la famille administrative, la famille technique et la famille cadastrale. Chacune d’elles a ses spécificités applicatives et informatiques. Les trois sphères s’interpénètrent pour montrer les liens qu’elles ont entre elles.

Ce logo, vieux de 10 ans, n’a pas pris une ride et est toujours d’actualité. Il fixe une stratégie de réalisation qui doit permettre de tendre progressivement vers un véritable SIT. Sa réalisation exige la mise en commun d’expériences variées, tant sur le plan technologique que celui des nombreux métiers couverts par les utilisateurs.

Société d’ingénierie et de conseils, nous sommes implantés à Neuchâtel depuis 1988. Depuis sa création, notre activité s’est orientée dans les domaines de :

  • la santé (hôpitaux, cabinets médicaux, pharmacies)
  • La conception et l’installation de réseaux de télécommunication universels
  • la gestion des infrastructures publiques (cadastre, cadastre souterrain, aménagement)

Notre expérience de gestion administrative, technique (services industriels, travaux publics) et cadastrale, nous permet d’intégrer les trois sphères de compétences de CIGIN. Cette vision globale nous permet ainsi de maîtriser l’implantation de SIT au sein des administrations neuchâteloises. Nos liens étroits avec la Ville de Neuchâtel, moteur du concept CIGIN, nous permettent de suivre l’évolution du concept, d’adapter le modèle conceptuel à la technologie et de tester en grandeur nature les applications SIT dans les différents services de la ville.

Les besoins des communes pour l’implantation d’un SIT

La nécessité de disposer d’informations géographiques numérisées est ressentie par un nombre de plus en plus grand d’utilisateurs des services techniques des petites, moyennes ou grandes administrations. La rigidité des plans et cartes en papier ne répond plus aux besoins d’aide à la gestion et à la décision exprimés par les organes techniques, administratifs et politiques des communes.

Pour celles qui souhaitent se doter d’un SIT, plusieurs questions se posent très vite :

  • sur quels critères choisir un logiciel SIT ?
  • comment récupérer les données numériques cadastrales du service cantonal ?
  • de quelle manière représenter les réseaux souterrains et le patrimoine communal ?
  • comment récupérer les données communales et les lier au fond de plan numérique ?

Ces interrogations de type informatique, cadastrale, administrative ou organisationnelle peuvent paraître, de prime abord, simples pour les professionnels du territoire que nous sommes. Par contre, ce genre de réflexion pourrait rebuter une administration si nous ne prenons pas le temps de leur faire part de nos connaissances, des expériences des communes voisines tout en mettant en valeur le travail informatique qui a déjà été réalisé dans la commune.

Choisir un logiciel SIT

Le concept CIGIN orienta nos critères de sélection pour trouver sur le marché un outil SIT. Ce logiciel, il y a dix ans de cela, devait répondre aux attentes suivantes :

  • une plate-forme DOS/Windows
  • une architecture Client/Serveur
  • une structure modulaire
  • un prix bas
  • un cœur graphique puissant et rapide pour gérer des communes entières
  • une utilisation simple
  • des fonctionnalités d’import / export

En 1989, ces orientations faisaient sourire. En effet, les SIT de l’époque fonctionnaient presque tous sur des stations UNIX, utilisaient des bases de données propriétaires, demandaient des utilisateurs chevronnés et coûtaient de véritables fortunes.

Le temps nous donnera raison. En 1990 nous achetons à la société française AFI, le progiciel WINCAD-SIT. Il fonctionnait sur un PC 286 avec 4 Mo RAM et répondait à nos exigences matérielles, informatiques et financières. Depuis lors, nous sommes devenus le revendeur de WINCAD pour la Suisse. Le logiciel n’a cessé d’évoluer en fonction des nouvelles technologies informatiques tout en respectant le concept CIGIN. WINCAD SIT est un outil modulaire qui permet aux communes de s’équiper progres-sivement en faisant évoluer un logiciel DAO en un véritable SIT.

Wincad-Topo : C’est le logiciel de base. Il permet de construire n’importe qu’elle objet graphique, de digitaliser, d’importer et exporter des données graphiques et d’imprimer des plans à toutes échelles. Les communes en font l’acquisition pour récupérer leur mensuration numérique, construire leurs infrastructures, produire des plans ou délivrer des plans de fouilles.

Wincad-Fiche : C’est un outil de construction de fiches attributives associées aux objets graphiques gérés dans Wincad. En général, les communes en font l’acquisition dès que les réseaux de distribution, les plans d’aménagement ou la protection civile figurent sur le fond de plan. Ce module permet de regrouper toutes les informations disséminées des administrations (bases de données externes, fichiers manuscrits, croquis, photos, documents Microsoft,...) dans un unique logiciel lié à Wincad-Topo.

Infoquest : C’est un puissant requêteur alphanumérique et graphique qui permet d’exploiter les données de Wincad-Topo et Wincad-Fiche de manière statistique et thématique. Il est couplé à un SGBDR de type SQLBase de Centura ou Oracle. Les communes en font l’acquisition pour exploiter, gérer et planifier les données graphi-ques et attributives, elles travaillent maintenant avec un véritable SIT.

La famille WINCAD offre des avantages incontestables pour les communes :

  • une modularité qui permet d’adapter l’investissement aux objectifs du moment et de les faire évoluer au fur et à mesure de l’évolution des besoins.
  • une ouverture sur le monde extérieur, par les outils Microsoft et par l’utilisation de bases de données du marché.
  • une architecture client/serveur permettant de partager les données graphiques et relationnelles provenant de serveurs locaux et départementaux.
  • une utilisation monoposte ou multipostes avec un contrôle précis des accès et des tâches.
  • des performances et une simplicité incomparable.
  • un apprentissage court, aisé et fractionné dans le temps.

Ces principaux critères d’évaluation ont permis à WINCAD SIT d’être, depuis 1998, le logiciel retenu pour toutes les questions relatives à la gestion cadastrale des communes neuchâteloises. Nous sommes fiers d’avoir été choisis mais surtout reconnaissants aux communes qui nous ont fait confiance bien avant l’annonce de cette information.

WINCAD répond aux principes définis par CIGIN. Il s'assimile donc à la politique informatique communale du canton et devient un standard de fait qui simplifie les échanges et assurera, le moment venu, les liens avec les outils administratifs et techniques.

Récupérer les données numériques cadastrales du service des mensurations cantonal (SMC)

Il y a dix ans, la totalité des données cadastrales neuchâteloises provenaient des mensurations graphiques effectuées entre 1890 et 1930. Ces magnifiques plans en carton ont été minutieusement mis à jour pendant plus de cent ans en fonction des mutations. Hélas, ils n’avaient aucun intérêt pour constituer les fonds de plans numériques utiles à la réalisation d’un SIT.

Heureusement, depuis une décennie, une équipe percutante a repris les destinées du SMC. Les bureaux de géomètres privés, moins occupés par les travaux liés à la cons-truction, ont pu rattraper le retard accumulé pendant de longues années. Aujourd’hui toutes les communes du littoral possèdent leur mensuration numérique. Il en va de même pour les principales agglomérations des montagnes neuchâteloises.

Les données cadastrales sont stockées et gérées dans le logiciel ARGIS du SMC. Sous ce format, les données sont malheureusement inexploitables par tous les demandeurs d’information numérique. Un groupe de travail piloté par le SMC est donc constitué en 1997, son but est de mettre en place un format d’échange simple et performant à l’intention des communes, des architectes et autres bureaux techniques.

Cette équipe, composée d’un représentant des géomètres neuchâtelois, de la Ville de Neuchâtel et de la société Newis SA définira les structures du GEOBAT neuchâtelois simplifié. Il s’agit d’un format d’échange au format DXF qui regroupe en moins de vingt couches toutes les données d’une mensuration MO93. Ce format d’échange permet maintenant aux communes de récupérer simplement leur mensuration. Le fichier DXF envoyé par le SMC, via le noeud cantonal, est importé puis traduit dans Wincad. Les objets surfaciques sont récupérés en tant que contour fermé, la surface est récupérée comme attribut.

La construction des réseaux et des infrastructures communales

Après une courte formation de 2 à 3 jours sur le logiciel Wincad, le personnel techni-que des administrations est apte à construire les réseaux et les infrastructures communales sur la base de la mensuration. Le rôle de la société Newis SA ne s’arrête pas là. Au contraire, c’est maintenant que le client a le plus besoin de nous. Grâce à notre expérience pluridisciplinaire en tant que bureau d’ingénierie, nous mettons à disposi-tion des communes des structures d’accueil, des bibliothèques de symboles, des concepts de gestion pour construire les réseaux, gérer le port ou le cimetière et faire ainsi évoluer le SIT.

L’expérience nous a montré que l’aspect technique n’est de loin pas le plus important dans l’implantation d’un SIT dans une commune. En effet, l’approche humaine nous paraît primordiale pour réussir la mise en place de tels outils dans une administration. Vendre un SIT à une commune, ce n’est pas tellement difficile, par contre, l’intégrer harmonieusement pour du personnel, qui ne provient pas toujours de la technique, demande une écoute et une attention particulière propre à chaque client.

Notre tâche est aussi de faire l’intermédiaire entre la commune et différents inter-venants qui peuvent être le géomètre qui a effectué la mensuration, le bureau d’ingénieur civil qui étudie le PGEE, ou l’aménagiste qui défini les plans de zones. Notre vision globale des trois sphères définies dans CIGIN nous permet ainsi de coordonner tous les domaines d’activité pour une mise en place structurée et échelonnée dans le temps du SIT communal.

Pour rassurer le client, il faut également lui montrer ce que d’autres communes ont déjà réalisé avec de mêmes moyens, ou organiser des journées portes ouvertes pour lui faire comprendre que ce genre de logiciel n’est pas réservé à une élite de spécialistes ou aux services techniques de grandes communes. Cette mise en place peut se passer très rapidement ou au contraire prendre de longs mois. Cela dépend naturellement du personnel en place, de l’envie de fournir un effort supplémentaire et de s’investir dans l’apprentissage d’un nouveau moyen de gestion. Notre rôle est alors de motiver les employés et de créer de nouvelles dynamiques de travail face au SIT.

Pour l’instant, toutes les communes équipées de Wincad ont réussi leur apprentissage. Elles commencent par construire le réseau d’eau, le réseau des égouts ou l’éclairage public. Les résultats stimulent les employés qui, par eux-mêmes, nous demandent de gérer des nouveaux domaines. On leur propose alors des structures de travail mises au point par nos soins ou divers organes de la Ville Neuchâtel tels que le service des travaux publics, de l’eau et du gaz, des parcs et promenades, de la voirie, de la protection civile, de la police et aux centre d’intervention et de secours qui utilisent quotidiennement Wincad. Certaines communes, notamment les petites, se satisfont de cette vision graphique de leurs infrastructures. Elles se contentent d’imprimer des plans, de mettre à jour les modifications des réseaux et d’insérer périodiquement le fond cadastral mis à jour par le SMC.

Récupérer les données communales et les lier au fond de plan numérique 

En principe, les communes poursuivent leurs efforts pour la mise en place du SIT. Les infrastructures sont maintenant construites et les utilisateurs maîtrisent de mieux en mieux le logiciel. L’envie de faire évoluer le système se fait sentir et les communes font l’acquisition du module Wincad-Fiche. Cette outil complémentaire permet de créer librement des fiches attributives que l’on peut associer à n’importe quel objet graphique. Ces fiches peuvent contenir des champs alpha-numériques, des dates, des tableaux, des champs calculs, et des listes déroulantes. Il est également possible de faire des liens avec tous les logiciels bureautiques Microsoft mais aussi avec des séquences vidéo ou audio. Là aussi, nous guidons la commune dans l’élaboration des fiches. Elle peut naturelle-ment créer sa propre fiche ou utiliser un canevas qui a déjà fait ses preuves dans d’autres administrations.

La mise en place de ce nouveau logiciel se déroule très rapidement. En une demi-journée, le client a compris son utilisation. Commence alors un travail d’archiviste. Il faut réunir toute l’information disséminée dans les archives de la commune. On la retrouve aussi bien sur des plans, des croquis, des bouts de papiers, des bases de données Access, des fichiers Excel mais souvent, aussi, dans la mémoire du vieux cantonnier ou de l’ancien administrateur.

L’approche humaine garde ici aussi toute son importance. Il faut faire comprendre à ces ‘’banques de données vivantes’’ d’ouvrir leur mémoire et de transcrire informa-tiquement toutes les informations accumulées pendant des années de service. Ces personnes, longtemps indispensables dans les communes, perdent ainsi un peu de leur importance. Il s’agit parfois de trouver les mots justes et de leur expliquer qu’ils contribuent ainsi à l’élaboration d’un travail important pour la commune et ses citoyens.

Dès que l’information est réunie, le personnel technique ou administratif peut saisir les fiches. Cette opération se fait manuellement, fiche après fiche, pour toute l’information provenant de plans ou de cartothèques. Les bases de données et les fichiers informatiques sont quant à eux récupérés et injectés automatiquement dans les fiches.

La commune possède maintenant une base de données graphiques comprenant la mensuration, avec comme valeur ajoutée, ses réseaux et ses infrastructures ainsi que toute l’information attributive liée aux objets qu’elle désire gérer.

Planifier, gérer et budgétiser avec le SIT communal

Le SIT communal peut maintenant véritablement se réaliser. Le personnel technique et administratif utilise quotidiennement Wincad et Wincad-Fiche et l’envie d’exploiter les données se fait ressentir. La commune peut alors acquérir le module Infoquest pour faire évoluer ses logiciels en véritable SIT. En effet, Infoquest est un puissant requêteur alphanumérique et graphique qui permet d’exploiter les données de manière statistique et thématique. Il interagit simultanément sur Wincad et Wincad-Fiche ainsi qu’avec les outils de bureautique de Microsoft.

La porte est maintenant ouverte pour se lancer dans la gestion globale des biens communaux. Pour commencer, les communes ‘’jouent’’ avec les données. Elles génèrent des états thématiques sur l’état des réseaux, la classification des bâtiments par affectation, l’aperçu des équipements, etc. Elles sortent des statistiques pour budgétiser des travaux d’entretien, génèrent des publipostages automatiques ou des tableaux croisés. Avec l’expérience, les communes se rendent compte de la puissance et de la variété des applications possible du SIT. Elles se lancent alors avec nos conseils dans la gestion du port, du cimetière, de la protection civile ou des réseaux électriques

Synthèse

La taille et la capacité financière des communes, la peur de l’informatique, la crainte face à de nouvelles technologies ne sont plus des facteurs déterminants pour ne pas entrer dans le monde des SIT. Nos dix ans d’expérience et notre collaboration avec des petites, moyennes et grandes communes sont là pour le prouver. Les SIT sont maintenant des outils d’acquisition, de gestion et de planification à la portée de toutes nos administrations.

Quels que soient sa marque, ses performances et son prix, un SIT ne pourra être introduit avec succès dans une commune, qu’une fois le concept et la politique globale à long terme définis. C’est sans aucun doute grâce à cette philosophie, à nos connaissances pluridisciplinaires, à notre ligne de conduite fidèle et aux soins que nous portons à nos clients que Wincad a été retenu comme le SIT des communes neuchâteloises.

L’approche des bureaux d’ingénieurs civils, de géomètres ou d’urbanistes vis-à-vis d’un SIT est fondamentalement différente de celle d’une petite ou moyenne commune. Les considérations techniques, les analyses systémiques du territoire, les modèles conceptuels ne sont pas les langages qu’il faut tenir face à un conseil communal ou aux employés communaux. Il faut savoir vulgariser son message afin de présenter d’une manière simple et efficace les avantages qu’un SIT pourra amener à la commune. Au fil des ans, nous avons développé une bonne culture de communication qui nous permet maintenant de dialoguer efficacement avec les communes neuchâteloises.

L’approche humaine prend ici toute son importance. Bien que l’attente générale des communes soit toujours la même face un SIT, il faut privilégier le dialogue et surtout écouter leurs besoins, pour adapter les structures et les normes en vigueur. Chaque commune est un client unique, avec ses héritages du passé, ses principes de travail et son personnel. Il faut faire un amalgame de toutes ces données afin de réussir au mieux l’implantation d’un SIT au sein d’une administration.

Il est également très important de faire comprendre aux communes qu’elles ont maintenant, grâce à ces outils, la possibilité de gérer elles-mêmes leurs infrastructures. Il est terminé, le temps où un bureau d’ingénieur avait la main mise sur les données techniques d’une commune. Nous sommes aujourd’hui à l’ère des échanges et du partenariat. La commune doit donc intégrer elle-même les relevés topographiques effectués par les différents bureaux techniques. Elle garde ainsi la maîtrise et le contrôle de ses données.

Pour appliquer ces principes, nous mettons en place toute une procédure d’échange de données entre les bureaux de géomètres, d’ingénieurs civils et la commune. Nous formons également le personnel communal selon ses compétences ainsi que selon les objectifs fixés. Lors de formation courte, nous mettons en place des structures de travail identiques dans chaque administration. Cette normalisation permet ainsi aux communes de s’entraider, d’échanger des fichiers, de récupérer et d’intégrer le travail effectué par les bureaux d’ingénieurs.

Conclusions

Il y a encore quelques années, un plan cadastral n’était qu’un document qui découlait de l’article 950 du Code Civil Suisse. Il était établi, mis à jour et utilisé uniquement par une minorité de spécialistes du territoire. L’effort financier consenti par la Confédération, les cantons et les communes pour la mise en oeuvre de nouvelles mensurations doit inciter maintenant tous les gestionnaires, qu’ils soient du secteur administratif ou technique, à utiliser l’oeuvre cadastrale en tant que maillon complémentaire et indispensable pour la mise en place d’un SIT au sein de leur administration ou entreprise. Ce n’est plus une utopie de proposer un SIT à nos petites administrations communales. Nous avons maintenant la maturité, l’expérience et les concepts pour réaliser avec des équipes pluridisciplinaires l’intégration de ces outils à l’intention des administrations. Il faut néanmoins tenir compte de quelques principes de base :

  • ne pas négliger l’approche humaine
  • adapter et vulgariser son discours en fonction de l’interlocuteur
  • configurer le SIT aux besoins de la commune
  • proposer une formation judicieuse et ciblée
  • guider et épauler le client à tous les stades de l’utilisation du SIT
  • stimuler et susciter son client à gérer de nouveaux domaines

Ces règles de base appliquées depuis plus de dix ans, nous ont permis de placer plus de 30 licences Wincad auprès des communes neuchâteloises, et plus de dix licences auprès des bureaux de géomètres, d’ingénieurs civils et d’aménagistes qui travaillent pour des mandats communaux.

Cette situation, assurément unique en Suisse romande, permet, et c’est cela l’important, d’ouvrir le monde des SIT aux administrations, de dégager des mandats de travail pour les différents bureaux techniques liés à la gestion communale et de générer un effet de synergie entre les communes.

Thierry Schmidlin
Ing. ETS en géomatique
Newis SA Systèmes d’information
4, Quai Max-Petitpierre
CH-2000 Neuchâtel

Texte intégral: MPG 9/2000
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Stadt St. Gallen - GIS für alle

Vor nunmehr 117 Jahren begann das grosse Vermessungswerk, welches heute das ganze Gemeindegebiet umfasst. Die Vermessung von 1883 ist noch heute die Grundlage des St. Galler Planwerks. Seither wurde die Vermessung "lediglich" aktualisiert, nachgeführt und auf EDV umgearbeitet. Bis vor kurzem hatte nur das Vermessungsamt das Privileg auf die Daten der Stadt zuzugreifen. Heute, ohne jegliche zusätzliche Installation oder Schulung auf der Benutzerseite, haben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung das Vergnügen.

Josef Hauser, Thomas Bänziger (2000)

Ausgangslage

Sämtliche Daten der amtlichen Vermessung werden mit der Software Adalin der Firma Adasys erhoben und verwaltet. Mit der Einführung der AV93 und des Austauschformats INTERLIS liegen die Daten in einer systemneutralen und konsistenten Form vor - gute Voraussetzungen, um das Projekt "GIS für Alle" in Angriff zu nehmen. Im Frühling 1999 wurden vier GIS-Anbieter zur Offertstellung eingeladen. Preis-Leistung und Erfahrung im Internet GIS-Bereich waren für die Wahl der Firma TYDAC AG und Software der MapInfo Corporation ausschlaggebend.

Aufgabenstellung

Die Aufgaben, die sich stellten können wie folgt umschrieben werden:

  • die in INTERLIS vorliegenden Daten sind mit effizienten Mitteln auf die Internet-Software zu übertragen und die Nachführung soll mit wenig Aufwand gewährleistet werden
  • die Internet-Applikation soll mit einfachsten Mitteln verwaltbar sein
  • die Zugriffszeiten im Intranet sollen wenige Sekunden nicht überschreiten
  • Im Hinblick auf eine Internet-Version, soll die Applikation mit Internet Explorer und Netscape kompatibel sein

Datenübersetzung

Für die Datenübernahme aus INTERLIS zum MapInfo-Format war eine möglichst flexible und hochkonfigurierbare Schnittstelle gesucht, denn es stellten sich folgende Fragen:

  • Ist es möglich die Textpositionen (Lage, Aufhängepunkte, Rotation etc.) ohne aufwendige manuelle Eingriffe zu übernehmen ?
  • Kann die Darstellung (Schraffuren, Farben, Linientypen etc.) bereits bei der Übersetzung definiert werden ?
  • Kann die Übersetzung vollautomatisch im "Batch" erfolgen ?
  • Wie gut ist die Performance, dass heisst wie lange dauert die Übersetzung sämtlicher Daten ?

Die Feature Manipulation Engine (FME) von Safe Software, BC, Kanada und das von der Firma GeoTask in Basel dafür entwickelte INTERLIS-Modul erfüllten all diese Bedingungen. Das Vermessungsamt der Stadt St. Gallen war damit in der Lage FME selber so zu konfigurieren, dass alle Anforderungen erfüllt wurden. Die Umsetzung der gesamten AV-Daten von INTERLIS nach MapInfo dauert ca. 1 Stunde. Dank der kurzen Umsetzungszeit werden bei Nachführungen die Daten gesamthaft neu umgesetzt und komplizierte inkrementelle Nachführungen sind nicht notwendig.

Dank der semantischen Übersetzung (sämtliche Darstellungskomponenten wie Farben, Schriften etc. werden bei der Übersetzung zugewiesen) sind die Daten nach erfolgter Umsetzung sozusagen "pfannenfertig".

"Geosets"

Die eigentlichen Karteninhalte werden durch sogenannte Geosets gesteuert. Diese bestimmen, welche Layer in der Karte angezeigt werden. Dabei hat man die Möglichkeit, bestimmte Ebenen nur bei definierten Zoomstufen anzeigen zu lassen. Somit werden z.B. die Parzellennummern erst dann angezeigt, wenn sie auch sicht- und lesbar sind. Ein Geoset für einen bestimmten Karteninhalt muss nur einmal definiert werden. Kommen Karteninhalte dazu, müssen diese nur in einer Access-Datenbank eingetragen werden. Diese stehen unmittelbar danach in der Intranet Applikation zur Verfügung. Ein Rekompilieren der Applikation ist nicht notwendig.

Planinhalte

Mit der obigen Methode können jederzeit beliebige Planinhalte hinzugefügt werden. Um die Übersicht zu wahren, können diese in Kategorien eingeteilt werden (wie z.B. "Historische Pläne"). Unterstützt werden selbstverständlich auch Rasterdaten wie Landeskarten oder Orthophotos. In der Intranet-Applikation stehen zur Zeit ca. 30 Themen zur Verfügung und sind in folgenden Kategorien unterteilt

  • Basispläne der amtlichen Vermessung
  • Raumplanung
  • Strassenplan, Verkehr
  • Leitungskataster
  • Umwelt
  • öffentlicher Verkehr
  • Entsorgung
  • Historische Pläne
  • administrative Einteilungen

Navigation und Suchkriterien

Der Anwender kann fast beliebig in der Karte navigieren: Hineinzoomen, Herauszoomen, Ausschnitt verschieben, Zurückzoomen zum vorherigen Ausschnitt und Zoomen zum ganzen ... falls er sich verliert ...

Und es kann nach folgenden Kriterien gesucht werden: Strasse, vollständige Postadresse, "Point of Interest", sowie Parzellen- und Assekuranznummern. Die Anzeige der zur Auswahl stehenden Strassennamen erfolgt dabei dynamisch, d.h. sobald ein oder mehrere Buchstaben eingegeben werden, wird die korrespondierende Liste angezeigt (z.B. alle Strassennamen die mit "B" anfangen).

Anzeige und Abfragen

Dem Anwender stehen des weiteren folgende Funktionen zur Verfügung:

  • dynamische Koordinatenanzeige
  • Distanzmessung
  • Objektinformation anzeigen
  • Karteninhalt in höherer Auflösung aufbereiten (z.B. für die Einbindung in die Textverarbeitung)

Schlussfolgerungen

Mit der heute zur Verfügung stehenden Intranet-Lösung konnte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung umfassende Informationen zur Verfügung gestellt werden. Dank der einfachen Nachführung, der zentralen Verwaltung und der entfallenden Installation von Komponenten auf der Anwenderseite, waren und sind die entstehenden Anschaffungs- und Wartungskosten pro Arbeitsplatz minim.

Nach dem Erfolg im Intranet soll das Planwerk noch in diesem Jahr im Internet verfügbar gemacht werden. Eine Demo-Version ist bereits heute auf http://www.mapserver.ch aufgeschaltet.

Josef Hauser
Abteilungsleiter Geomatik
Vermessungsamt der Stadt St. Gallen
Neugasse 3
CH-9004 St. Gallen

Thomas Bänziger
Abteilungsleiter Technische Informatik
OIA Stadt St. Gallen
Rathaus
CH-9001 St. Gallen

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GIS Degersheim: GIS-Nutzung mittels Abfragestation

Degersheim im Kanton St. Gallen mit rund 4000 Einwohnern, 15 Zugsminuten nahe der Stadt St. Gallen, hat 1997 ein Gemeinde-GIS eingeführt. Die Nutzung erfolgt mittels Abfragestationen, der Betrieb des GIS erfolgt extern.

Reto Gnägi, Gemeindammann, Degersheim (2000)

1994 beschloss der Gemeinderat Degersheim anlässlich einer Klausurtagung, sich intensiv mit dem Thema GIS auseinanderzusetzen. Anstehende Arbeiten, wie beispielsweise der Kanalisationskataster, der GEP und die Erfassung weiterer Datensätze der politischen Gemeinde standen an. Unsere öffentlichen Korporationen, private und öffentlich-rechtliche Firmen standen vor genau den selben Aufgaben. Alle Arbeiten sollten zeitgemäss in digitaler Form erfasst werden. Der Gemeinderat sah sich damals mit folgenden Fragen konfrontiert:

  • Wer definiert verbindlich die Datenmodelle?
  • Wer definiert die Bearbeitungssysteme?
  • Wer koordiniert die GIS-Partner?
  • Wer kontrolliert die erfassten Datensätze?
  • Wer verwaltet unsere Daten?
  • Wer führt unsere Daten nach?
  • Wer gibt Datensätze oder Pläne ab?
  • Wer verwaltet unsere Daten systemunabhängig?
  • Wer stellt unsere Daten in einfacher Form zur Verfügung?
  • Wer analysiert Datensätze für uns?

Dem Gemeinderat wurde sehr schnell klar, dass diese Aufgaben um ein geografisches Informationssystem nur gemeinsam und koordiniert mit allen Datenherren innerhalb der Gemeinde Degersheim zu lösen ist. Zudem konnte es niemals die Aufgabe der öffentlichen Verwaltung sein, hier operativ tätig zu werden. Wir suchten nach einer Organisationsstruktur und fanden sie folgendermassen:

Wir brauchten eine Trägerschaft unter der Federführung der politischen Gemeinde. Dazu gründeten wir in unserem Dorf die GIS Degersheim AG. Aktionäre dieser AG wurden neben der Politischen Gemeinde die Dorfkorporationen, die St. Gallisch-Appenzel-lischen Kraftwerke (SAK), die technischen Betriebe Flawil, und private Firmen, wie z.B. Geometer und Kabelnetzbetreiber. Wir brauchten zudem ein Koordinationselement und fanden dieses in der Form des Verwaltungsrates der Trägerschaft, ergänzt durch die intensive Mitarbeit der operativen Fachstelle.

Last but not least benötigten wir auch ein "operativ-tätiges Element". In diversen Diskussionen und intensiven Überlegungen zu diesem Thema – gemeinsam mit unserem heutigen Partner, der Geoinfo-Gruppe – entschieden wir uns für eine umfassende Outsourcinglösung unserer GIS-Aufgaben mit diesem Dienstleistungsbetrieb. Das bestehende Vertrauensverhältnis zu dieser Firmengruppe (Holdinggesellschaft, bestehend aus fünf Geometerbetrieben und einer Informatikfirma) und die Firmengrösse (die Gruppe deckt ein Gebiet von rund 50 Gemeinden als Nachführungsgeometer in der Ostschweiz ab) waren die entscheidenden Kriterien bei der Auswahl unseres GIS-Dienstleisters. Wir wollten keinesfalls ein GIS-Degersheim als Einzellösung.

Nun konnte es losgehen. In den nächsten drei bis vier Jahren wurden koordiniert Daten in digitaler Form erfasst. Es wurden in dieser Zeit sehr viele organisatorische Abläufe definiert. Es entstand unter anderem ein umfassendes Vertragswerk, mit einem klaren Leistungsauftrag an den GIS-Dienstleister, mit klar definierten Investitionskosten und Betriebskosten für die Gemeinde und ihre Partner. Ebenfalls wurde mit allen beteiligten Werken und Firmen die Organisation der Nachführung und der Datenupdates klar geregelt. Im Laufe des Jahres 1997 wurde dann bereits das eigentliche Gemeinde-GIS an drei Stationen auf der Gemeindeverwaltung installiert. Unsere dreijährigen Erfahrungen mit unserem Gemeinde-GIS erlauben, über den Nutzen von GIS in unserer Gemeinde zu berichten.

GIS-Nutzen

Um es vorweg zu nehmen; der Nutzen eines GIS ist sehr vielfältig und nicht einfach zu dokumentieren. Ich teile den Nutzen in drei verschiedene Gruppen auf:

  • den unmittelbaren Nutzen
  • den langfristigen Nutzen
  • den volkswirtschaftlichen Nutzen.

Beim unmittelbaren Nutzen unseres Gemeinde-GIS stehen mit dem erstmaligen und schnellen Überblick über sämtliche raumbezogene Informationen in unserer Gemeinde wesentliche Hilfen beim Baubewilligungsverfahren und beim Auskunftswesen (also dem Dienst am Bürger) zur Verfügung. Ich möchte dies an folgendem praktischen Beispiel veranschaulichen:

Eine telefonische Anfrage bei unserer Bauverwaltung: Ein Mitbürger, wohnhaft an der Rosenstrasse 11, in Degersheim, plant einen Wintergarten zu bauen. Er weiss weder Parzellennummer noch Assekuranznummer seines Gebäudes. Der Mitarbeiter auf dem Bauamt startet im Gemeinde-GIS die Funktion "Suchen" und wünscht über die Adresse einen Ausschnitt von 250 Metern Breite auf dem Bildschirm zu sehen.

Innerhalb Sekunden erhält er den gewünschten Ausschnitt am Bildschirm und vergewissert sich über die Angaben zum Grundeigentümer, ob er die richtige Parzelle ausgewählt hat. Um dem Bürger eine umfassende und korrekte Auskunft zu geben, steht unserem Mitarbeiter auf der Gemeindeverwaltung eine einfache Ebenenverwaltung zur Verfügung. Darauf wählt er mit fünf Mausklicken folgende Ebenen aus:

  • Überblick Leitungskataster
  • Schutzverordnung
  • Überbauungspläne
  • Wanderwege
  • Ortsbildinventar.

Die restlichen Ebenen interessieren ihn für diese Auskunft nicht. Wieder erhält er innerhalb von Sekunden den gewünschten Ausschnitt. Dabei sind ihm in bezug auf die Massstäbe der einzelnen "Pläne" keinerlei Grenzen gesetzt. Kompetent kann er nun dem Bürger mitteilen, dass seinem Bauprojekt eigentlich nichts im Wege stehen sollte. Er vereinbart mit ihm, dass er ihm, gemeinsam mit den Formularen für sein Baugesuch, drei Ausschnitte mit den für sein Projekt relevanten Raumdaten zusenden wird.

Dies ein kurzes, eindrückliches Beispiel einer Nutzung unseres Gemeinde-GIS. Weitere Analysemöglichkeiten bietet z.B. der Schadenkataster Kanal. Zudem sind wir in der Gemeindeverwaltung selber in der Lage, z.B. zu einer beliebigen Geometrie oder einem Symbol entsprechende Dokumente zu verknüpfen, seien dies nun Verträge in Wordformat, Tabellenkalkulationen oder gar digitale Bilder.

Zum langfristigen Nutzen von GIS: Einen langfristigen Nutzen sehe ich in der grundsätzlichen Art und Weise, wie wir im Rahmen des Gemeinde-GIS die Daten erfassen, sie verwalten, nun ganz selbstverständlich nachführen und auch die Migration der wertvollen Daten in Folgesysteme garantiert haben. Dieser Investitionsschutz ist nur bei einer koordinierten Vorgehensweise in vollem Umfang gegeben. Weiteren langfristigen Nutzen sehe ich in den neuen Möglichkeiten des Unterhaltsmanagement in verschiedensten Bereichen, hier z.B. an einer Analyse der Kanaldaten in der Form eines Schadenkatasters.

Zum volkswirtschaftlichen Nutzen: Er liegt einerseits in der homogenen Form der Daten, d.h. z.B., dass der Bürger früher beim Sammeln der gewünschten Raumdaten Pläne in verschiedensten Massstäben erhalten hat und heute massstabsunabhängig die Daten beziehen kann, also mühsames Vergrössern und Verkleinern völlig entfällt. Andererseits liegt ein enormer Nutzen darin, dass der Bürger an zentraler Stelle sämtliche Daten beziehen kann.

Um sich die in unserem Beispiel gezeigten Information zu beschaffen, musste der Bürger bis zur Einführung unseres Gemeinde-GIS eine Art Sammeltour unternhemen. So musste er von Degersheim nach Bazenheid für die Daten der amtlichen Vermessung, anschliessend nach Flawil, um sich die Daten des Mediums Gas zu holen, weiter ging es in die Stadt St. Gallen zur SAK für das Medium EW und zur kantonalen Verwaltung für die Datensätze des Kantons. Zurückgekehrt nach Degersheim durfte er – je nach Lage seiner Liegenschaft – im Dorf selber dann an weiteren 3-5 Orten sich um "seine" Raumdaten bemühen. Er hatte bis dahin ca. 65 km zurückgelegt.

Reto Gnägi
Gemindammann
Gemeindehaus
CH-9113 Degersheim

Vollständige Version siehe VPK 9/2000
Bestellung VPK: verlag@geomati.ch


GeKaGe – Gebäudedaten für Kanton und Gemeinden

Gebäudedaten – und mit ihnen Personeninformationen über Eigentümer und Vertreter von Gebäuden und Liegenschaften – werden von kantonalen Verwaltungen, Gemeinden und zunehmend auch von privaten Firmen (Banken, Versicherungen, Ingenieur- und Planungsbüros, usw.) immer häufiger in elektronischer Form gebraucht. Dabei ist es unabdingbar, dass die verschiedenen kantonalen Ämter, die Gemeinden, Notariate, Geometer und Privaten den aktuellen Nachführungsstand der Daten besitzen. Aus diesem Grunde wurde für den Kanton Zürich im GIS-Zentrum das Datenaustauschsystem GeKaGe realisiert, welches diese Koordinationsfunktion für alle angeschlossenen Stellen übernimmt.

W. Brüsch (2000)

Ausgangslage und Problemstellung

Gebäude- und grundstücksbezogene Datensätze – z.B. Koordinaten, georeferenzierte Adressen oder Fachdaten - und Eigentümer- und Vertreterinformationen von Gebäuden und Liegenschaften werden von sehr vielen Stellen benötigt. Beim Bund, bei den Kantonen und Gemeinden, aber auch bei privaten Firmen wie Banken und Versicherungen oder Ingenieur- und Planungsbüros, werden diese Daten für unterschiedlichste Zwecke benötigt, z.B. von / für:

  • statistische Zwecke (Bundesamt für Statistik (BfS), kantonale Statistische Ämter)
  • Gebäudeadress-Verzeichnis (GAV) im Rahmen der Volkszählung 2000 (BfS)
  • Gebäude- und Wohnungsregister GWR des BfS
  • Amtliche Vermessung (AV93, INTERLIS), Landestopographie (Layer Gebäude innerhalb VECTOR25)
  • Raumplanung
  • Verfolgung der Bautätigkeit innerhalb und ausserhalb der Bauzonen
  • Gebäudeversicherungen der Kantone, Schätzwesen
  • Grundbuch / Notariate der Kantone und Gemeinden
  • Umweltschutz
  • Industrielle Werke der Ver- und Entsorgung
  • Steuerämter und Einwohnerkontrollen von Gemeinden und Städten
  • Telekommunikationsunternehmen
  • Post (GeoPost ) und anderen Zustelldiensten
  • Banken (Hypothekarbereich) und Versicherungen
  • Geomarketing
  • usw.

Beim Datenaustausch zwischen diesen Partnern treten verschiedene Probleme auf, die durch einen koordinierten elektronischen Verkehr vermieden werden könnten:

  • Die verschiedenen Amtsstellen oder Gemeinden können unterschiedliche Versionen der gleichen Daten haben. Bei einem koordinierten Austausch haben alle beteiligten Stellen den aktuellen Mutationsstand.
  • Beim Datenaustausch treten immer wieder Medienbrüche auf. Die Daten werden aus einem Informatiksystem auf Papier geschrieben und in vielen anderen EDV-Systemen wieder eingetippt. Ein elektronischer Datenverkehr vermeidet diese Medienbrüche und hilft so, Fehler bei einer Neuerfassung zu verhindern.
  • Gebäudedaten können nur ausgetauscht werden, wenn eine gemeinsame Gebäudesicht besteht. Da im Kanton Zürich zwei unterschiedliche Sichten bestehen (Amtliche Vermessung / Gebäudeversicherung sowie Statistik / Werke), musste mit den beteiligten Stellen ein gemeinsames, für alle akzeptables Integrationsmodell gefunden werden.

Ein weitere Motivation zum elektronischen Datenaustausch ist die Vermeidung der Erstellung und des Postversandes einer grossen Anzahl von Formularen, die von Amtsstellen an verschiedene Empfänger versandt werden müssen. Durch den Versand von elektronischen Formularen können namhafte Einsparungen erzielt werden. Allein im Kanton Zürich müssen jährlich z.B. rund 15'000 Handänderungsanzeigen an je 7 Empfänger versandt werden, was über 100'000 Anzeigen ausmacht. Hinzu kommen Anzeigen von Bauzeitversicherungen, Löschungen, Schätzungen, Abbrüchen, Beurkundungen, usw.

Lösungsmöglichkeiten für einen koordinierten Datenaustausch

Im Folgenden sind drei verschiedene Lösungsarten für die gemeinsame Nutzung von Gebäude- und Eigentümer-/Vertreterdaten mit ihren Vor- und Nachteilen dargestellt:

Jede beteiligte Stelle hat eine eigene Applikation mit einem eigenem Datenbestand und tauscht die Daten bilateral mit jeder anderen Stelle aus. Bei dieser Lösung sind sehr viele Schnittstellen nötig (Abbildung 1), weshalb sie verworfen wurde.

Alle Applikationen basieren auf demselben zentralen Datenbestand (Abbildung 2). Diese Lösung erfordert kantonsweit eine zentrale Stelle als Datenherr, welche die Datenbank verwaltet und betreibt. Aufgrund der sehr heterogenen Struktur der kantonalen Ämter und der Gemeinden liesse sich eine solche Lösung nicht rasch genug realisieren und würde ein grosses Risiko bergen. Sie wurde deshalb – und auch aus Datenschutzgründen - für den Kanton Zürich verworfen.

Lösung GeKaGe: Jede beteiligte Stelle hat eine eigene Applikation mit eigenem Datenbestand und tauscht die (Mutations-) Daten mit jeder anderen Stelle über eine gemeinsame Datendrehscheibe aus (Abbildung 3). Technisch wird dabei ein sogenanntes Datentransportsystem (Produkt Amtrix), wie es auch von Banken und Spitälern verwendet wird, eingesetzt.

Die angeschlossenen Systeme behalten ihre eigenen, autonomen Informatiklösungen. Für den aktuellen Stand der Daten (Nachführung, Qualität) ist immer diejenige Stelle verantwortlich, welche Datenherr über die Informationen ist.

Dieses Amt oder die Gemeinde schreibt die Mutationen vollautomatisch über eine definierte Schnittstelle auf einen sogenannten Datenbahnhof, einer FTP-Directory (Abbildung 4). GeKaGe holt die Mutationen nach einem pro angeschlossenem System variabel einstellbaren Rhythmus automatisch ab und speichert Kerndaten (insbesondere die Schlüsseldaten aller angeschlossenen Systeme sowie einige ausgewählte Fachdaten, die über den Browser einsehbar sein sollen) im zentralen Datenmarkt, einer SQL-Server-Datenbank auf Windows NT, ab.

Gemäss vordefinierten Verteilschematas (sogenannten Abonnementen) werden die Mutationen, ergänzt durch die Schlüsseldaten der Empfängersysteme, an die gewünschten Datenempfänger weitergeleitet, wo sie vom Datenbahnhof auf dem Server der Empfängerstelle in die Applikationen eingelesen und verarbeitet werden können (Abbildung 4).

Die in Abbildung 1 dargestellte Menge von Schnittstellen reduziert sich mit GeKaGe auf eine definierte Schnittstelle, wobei der gesamte Datenaustausch zwischen den angeschlossenen Systemen über GeKaGe läuft.

GeKaGe als Schlüsselverwaltungssystem

Ein zentraler Punkt im koordinierten Austausch von Gebäude- und Personendaten ist die Verwaltung und Konversion der Identifikationsschlüssel aller angeschlossenen Systeme. Im Gebäudebereich ist die Gebäudenummer der Gebäudeversicherung ein zentraler, anerkannter Schlüssel. Er ist allen bekannt und wird von den meisten Systemen geführt. Der Gebäudeschlüssel ist jedoch auf der Stufe Hauseingang nicht eindeutig. GeKaGe führt deshalb, zusätzlich zur Gebäudenummer der Gebäudeversicherung, einen eigenen Schlüssel auf der Stufe des Hauseinganges.

Schwieriger ist die Situation bei den Personenidentifikationen der Eigentümer- und Vertreter von Gebäuden. Hier führt normalerweise jedes angeschlossene System einen eigenen Schlüssel, die gleiche Person wird an GeKaGe mit unterschiedlichen Personen-ID's gemeldet. Ziel von GeKaGe ist es, die gleiche Person nur einmal mit all ihren Personen-ID's in der Datenbank zu führen. Dazu ist ein ausgeklügelter Algorithmus zur automatischen Personenzusammenführung nötig (Matching), der speziell für GeKaGe entwickelt wurde. GeKaGe meldet allfällige Problemfälle bei der Zusammenführung zur Kontrolle an eine spezielle Personen-Mutationsstelle beim kantonalen Steueramt. Ist diese Stelle mit der Zusammenführung nicht einverstanden, meldet sie ihre Version über einen speziellen Regelkreis wieder an GeKaGe.

Da GeKaGe die Gebäude- und Personenidentifikationen aller angeschlossenen Systeme führt, kann es die Empfängersysteme mit deren eigenen Schlüsselwerten beliefern. Zusätzlich führt GeKaGe einen eigenen Schlüssel, der an die Systeme gemeldet, dort gespeichert und bei Mutationsmeldungen an GeKaGe zurückgemeldet werden kann. Dies erhöht die Trefferquote beim Matching in GeKaGe erheblich.

Gebäudedaten und GIS-Bezug

Im Kanton Zürich wurden in einer Zusammenarbeit zwischen GIS-Zentrum und Geopost für alle bewohnten Gebäude die Landeskoordinaten der Hauseingänge erfasst und in GeKaGe gespeichert.

Über den GIS-Browser können berechtigte Stellen auf bestimmte Fachdaten in GeKaGe auf der Basis der ESRI-Software MapObjects über einen herkömmlichen Internet-Browser zugreifen. Die Verbindung zwischen der Anzeige des Gebäudes auf dem Übersichtsplan (ÜP) und den GeKaGe-Daten erfolgt über die Gebäudekoordinaten. Es können beliebige GIS-Layers mit angezeigt werden. Der Einstieg zu den GeKaGe-Gebäudedaten kann z.B. über die Adresse eines Gebäudes erfolgen, der GIS-Browser zeigt anschliessend das gewünschte Gebäude kantonsweit auf dem ÜP rot umrandet an. Durch einen Klick auf das Gebäude können die Fachdaten zur Anzeige gebracht werden (Abbildung 5).

Neben dem kartografischen Zugang zu den Gebäudedaten mit dem GIS-Browser wurde in GeKaGe auch ein alphanumerischer Zugriff auf die Kern- und einige ausgewählte Fachdaten über einen herkömmlichen Internet-Browser erstellt. Der Zugang kann hier (natürlich ebenfalls nur für dazu gemäss Datenschutzgesetz und GIS-Verordnung berechtigte Personenkreise und nur über das Intranet des Kantons Zürich) über eine Gebäudeadresse oder über einen Eigentümer oder Vertreter erfolgen.

Projektorganisation, Projektstand und weitere Ausbauschritte

Das Projekt GeKaGe wurde, trotz des eher marginalen GIS-Bezugs, im Kanton Zürich beim GIS-Zentrum angesiedelt, da hier in den GIS-Projekten bereits seit langer Zeit in ämterübergreifenden Projekten gearbeitet wird.

Projektträger ist der GeKaGe-Ausschuss, der im Wesentlichen aus dem GIS-Ausschuss hervorgegangen ist und neben den darin einsitzenden Amtsleitern durch weitere Amts- und Abteilungschefs der an Gebäudedaten interessierten Amtsstellen und Abteilungen ergänzt wurde. Die Projektleitung liegt im GIS-Zentrum, und das Projektteam setzt sich aus Vertretern der fünf an GeKaGe unmittelbar beteiligten Ämtern Gebäudeversicherung, Statistisches Amt, Steueramt, Notariatsinspektorat und Baudirektion sowie eines Vertreters der Pilotgemeinde Küsnacht zusammen.

In der bereits realisierten 1. Ausbauetappe wurden die Grundinfrastruktur von GeKaGe (Datentransportsystem, Datenbank und Intranet-Auskunftssystem) sowie die Datenübernahme der Gebäudedaten der Gebäudeversicherung und der Eigentümer- und Vertreterdaten aus der Abteilung Direkte Bundessteuer des kantonalen Steueramtes realisiert.

In der 2. Ausbauetappe (Abschluss im Herbst 2000 geplant) werden die folgenden Systeme an GeKaGe angeschlossen: Gebäudeinformationssystem und Eigentümerregister der Pilotgemeinde Küsnacht, Geometer-Software Adalin von Küsnacht, Grundbuchämter mit der Software Eigentumsverhältnisse (Vorstufe des elektronischen Grundbuches) und die Applikation Liegenschaftenbewertung des kantonalen Steueramtes (LiSt). Ferner wird der oben beschriebene GIS-Browser für den kartografischen Zugriff auf die Gebäudedaten realisiert. Mit Ausnahme des GIS-Browsers, der vom GIS-Zentrum erstellt wird, werden die Arbeiten durch eine externe Softwarefirma ausgeführt.

Neben diesen Ausbauschritten wurden und werden 1999 und 2000 insbesondere die Belieferung der Volkszählung 2000 mit Gebäude- und Eigentümerdaten aller Gemeinden (mit Ausnahme der Städte Zürich und Winterthur), der Applikation der kantonalen Abteilung für Zivilschutz sowie der Anschluss weiterer Applikationen des kantonalen Steueramtes realisiert.

In der 3. Ausbauetappe (geplant ab Herbst 2000) ist der Anschluss weiterer Gemeinden, Städte und kantonaler Applikationen (in engem Kontakt mit den jeweiligen Softwarelieferanten) an GeKaGe geplant.

 

Dr. Walter Brüsch
GIS-Zentrum
Amt für Raumordnung und Vermessung
CH-8090 Zürich
e-mail: walter.bruesch@arv.zh.ch

Vollständige Version siehe VPK 7/2000
Bestellung VPK: verlag@geomati.ch


Gestion des conventions communales à l'aide d'un SIT

Les informations que l'on est en droit d'attendre des systèmes d'information du territoire sont nombreuses et très variées. Dans le cadre de la gestion d'une commune, on a très souvent parlé des systèmes d'information du territoire pour la gestion du cadastre souterrain, du patrimoine, des routes, des forêts, des bâtiments ou d'autres éléments. L'article présente la possibilité de gérer avec un système d'information du territoire les nombreuses conventions, contrats et autres arrangements qui sont passés entre les particuliers et une commune.

René Sonney (2000)

Exposé de la problématique

Au fur et à mesure des années, les différentes municipalités ou conseils communaux qui se sont succédé à la tête d'une commune ont passé de nombreux contrats pour régler différents problèmes qui sont apparus au cours des années. Ces contrats ont été faits la plupart du temps en bonne et due forme et sont archivés ou classés à la commune, dans un endroit qui a certainement été très judicieux au moment où il a été choisi, mais qui n'est peut-être plus tout à fait adapté au moment où l'on doit les ressortir. Ceci provient bien évidemment du fait que le classement de tous les documents relatifs à la gestion d'une commune est assez compliqué. Il est donc impératif et très pratique de pouvoir en tout temps être informé, d'une manière rationnelle, de l'existence de tels contrats qui lient la commune et un privé.

Dans les tâches qui incombent à une municipalité ou à un conseil communal, de nombreuses décisions sont liées à une portion du territoire. Prendre une bonne décision, est très souvent synonyme de posséder les bonnes informations. Ainsi, lorsque le conseil communal sera appelé à prendre une décision relative à une portion du territoire sur lequel il existe un contrat avec un privé, la première chose importante c'est que le conseil communal connaisse l'existence de cette convention. Une fois qu'il en a été averti, il faudra qu'il se préoccupe de son contenu. Il devra également considérer les échéances rattachées à ce genre de contrat ou de convention et enfin apprécier les coûts qui seront engendrés du fait de l'existence de cette convention.

Différents types de conventions

Selon leur topologie

On peut distinguer trois sortes de conventions en fonction de leur topologie. Ces conventions peuvent être surfaciques, linéaires ou ponctuelles.

La convention de type surfacique, comme son nom l'indique, touche une surface dans le territoire. On peut imaginer par exemple la mise à disposition de places de parc ou une convention pour l'entretien de bords de routes, de forêts ou d'un étang. La problématique qui se pose avec cette surface est qu'elle ne correspond, la plupart du temps, pas nécessairement à un ou à plusieurs articles du registre foncier, mais à une surface qui suit, soit des bords de natures, pour une place de parc par exemple, soit des limites naturelles ou artificielles, si l'on pense à la surface qui doit être entretenue par telle ou telle personne. Cette surface sera tantôt rigide, et tantôt elle pourra bouger avec les éléments. Si l'on prend par exemple la mise à disposition d'une place de parc, cette surface sera rigide; si l'on divise ou modifie la parcelle sur laquelle elle repose, il n'y aura aucune influence sur la mise à disposition elle-même. Par contre, si l'on parle de l'entretien d'un talus ou d'une route, en cas d'élargissement de la route ou de modification des limites de la route, à ce moment-là, la surface faisant l'objet de la convention devra suivre. C'est le système d'information du territoire qui, en cas de mutation, pourra nous rendre attentifs au fait que le contrat doit être adapté.

Les conventions de type linéaire : on pense tout naturellement aux conduites qui sont établies sur une portion de la commune ou parfois même à travers toute la commune. Outre les droits de passage, ces conduites peuvent être parfois rattachées à des éléments qui lient la commune et des particuliers. Pour illustrer mon propos, prenons par exemple la conduite d'adduction d'eau qui traverse une parcelle X ou Y. Imaginons que la commune ait octroyé au propriétaire le droit de prendre de l'eau à un tarif spécial, voire même gratuitement, durant une durée de 5 ou 10 ans. Nous reviendrons ultérieurement sur ce type de convention qui pose un certain nombre de problèmes pour une gestion efficace et correcte.

Le troisième type de topologie est la convention de type ponctuel. Pour illustrer cet exemple, pensons à un signal ou à un lampadaire placé sur le domaine privé et qui fait l'objet d'une convention avec le propriétaire du terrain avoisinant.

Selon leurs effets juridiques

Du point de vue juridique, on distingue les droits et les charges. Les droits sont, soit obtenus pour une construction ou pour un élément qui se produira dans le futur, soit pour un élément qui est existant, par exemple un droit de passage ou un droit de construire ultérieurement à une distance spécifiée. Dans les charges, on peut distinguer les charges actives et les charges passives. Dans les charges actives, on mettra les obligations de faire, de livrer de l'eau ou de récolter des eaux et dans les charges passives on mettra par exemple les obligations de laisser faire : exemple typique de la charge passive, l'obligation du propriétaire de laisser passer pour déposer du matériel.

Selon les types d’échéances

On peut classer ces échéances en quatre catégories distinctes : les échéances uniques, multiples, répétitives ou permanentes.

L'échéance unique peut être celle d'une date : par exemple le 1er mars 2006, typiquement pour la fin d'un contrat, le renouvellement d'un bail ou un droit accordé pour un temps limité.

L'échéance peut aussi être caractérisée par un fait ou une condition : par exemple, dès l'obtention d'un permis de construire, dès le changement d'une zone ou dès le décès d'une personne, pour un usufruit ou pour un droit d'habitation par exemple.

L'échéance peut également être soumise à une condition : à telle ou telle date, à condition que le terrain soit en zone à cette époque ou que tel bâtiment soit encore exploité comme usine …

L'échéance multiple : on peut avoir plusieurs dates, par exemple, la première étape doit être terminée pour telle date, la deuxième étape pour telle autre date, etc…

On peut rencontrer des échéances répétitives : par exemple, chaque mois, chaque année, à une date fixe.

En dernier lieu, on peut trouver une échéance permanente ou inexistante, donc non limité dans le temps.

L'outil SIT pour gérer ces problèmes

L'outil SIT est très bien adapté à la gestion des types de problèmes que posent ces conventions, contrats ou accords entre différents intervenants. En effet, les relations qui existent entre, soit une surface, une ligne ou un point et une autre personne, relations conditionnées par une échéance, peuvent être regroupées dans le cadre d'une même matrice, si bien que dès qu'un élément provoque une modification ou l'exécution d'un point du contrat, à ce moment-là, l'utilisateur peut en être averti. On peut donc parler de l'outil SIT comme outil de gestion de ces conventions. Mais l'outil SIT est également très utile comme outil d'aide à la décision. Nous allons reprendre ces deux démarches : d'une part la gestion et d'autre part l'aide à la décision.

Comme outil de gestion

Afin d'illustrer mon propos, je prendrais un exemple : la commune a construit les infrastructures d’un quartier à bâtir suite à un remaniement parcellaire. L'ensemble des propriétaires, y compris la commune propriétaire majoritaire, a décidé de réaliser les infrastructures et de vendre les parcelles équipées. Un propriétaire s'est montré réticent du fait qu'il n'avait pas les moyens de faire les avances de fonds nécessaires à ces réalisations. Une convention a été passée entre lui et la commune, qui stipule que le paiement de sa part interviendra lorsque l'une ou l'autre de ces conditions sera réunie, soit qu'un permis de construire sera octroyé sur la parcelle qu'il a obtenue, soit que cette parcelle sera vendue. Depuis le moment où cet accord a été passé entre la commune et ce propriétaire, il peut se passer 10 voire 15 ans ou plus, si bien que durant ce laps de temps, tant les autorités politiques qu'administratives de la commune ont pu changer. Dès lors, lorsque le propriétaire en question obtiendra un permis de construire ou vendra sa parcelle, il ne va pas courir au bureau communal pour dire je dois maintenant vous payer un montant de fr. 30'000.-- ou de fr. 50'000.--. Si la commune ne lui envoie pas la facture y relative, il restera bien tranquille dans son coin et le montant sera oublié à tout jamais, puisque si, par hasard, un des membres de l'autorité politique ou administrative tombe un jour sur cette convention, il y aura sans doute prescription. Dans ce cas-là, le champ de l'échéance devra être lié à la fois à celui des propriétaires et celui de la couche ou au fichier de gestion des permis de construire, de façon à ce que lorsque l'une ou l'autre des conditions se réalise, l'utilisateur soit informé d'une part de l'existence de cette convention et d'autre part du fait qu'une des conditions est arrivée à échéance et qu'il faut donc de l'exécuter.

Comme outil d'aide à la décision

Le SIT est aussi précieux comme outil d'aide à la décision. C'est particulièrement important dans les cas où l'exécutif d'une commune aura à prendre des décisions en relation avec une partie du territoire. Je pense plus particulièrement à des effets comme le changement d'affectation d'une portion du territoire ou la construction d'un bâtiment, d'une place de sport, d'une place de parc ou d'une route, sur une portion du territoire. Dans ces cas-là, il est primordial de disposer de toutes les informations nécessaires relatives au contenu de la portion du territoire affectée par la construction. Il s'agit de connaître non seulement les éléments existant d'un point de vue pratique tels que les conduites, mais également les éléments qui existent d'un point de vue juridique tels que les droits, essentiellement les doits concédés. Le fait d'ignorer tel ou tel accord intervenu entre la commune et un particulier peut entraîner des conséquences financières relativement fâcheuses pour la commune, soit par une économie qui aurait pu être réalisée et qu'il ne l'a pas été, soit alors par une indemnisation qui doit être offerte à la personne qui a subi la moins-value. Le fait de connaître ou d'ignorer l'existence de tel ou tel accord peut avoir parfois comme conséquence de changer la décision des autorités communales.

J'illustre mon propos par un exemple concret et vécu dans une commune. Lors de l'établissement du plan d'affectation des zones, un propriétaire avait demandé qu'un secteur de la commune soit mis en zone d'activité sportive, dans l'intention d'y établir un manège avec école d'équitation et autres prestations liées directement à l'élevage du cheval. Cette zone était située à l'extérieur des principaux axes routiers, des collecteurs d'égouts, des services, etc… Consciente du fait que les coûts engendrés par le développement de cette zone seraient élevés, en pensant surtout aux frais d'entretien des routes qui y conduisent, aux frais de construction et d'entretien des canalisations devant desservir cette zone, la commune avait émis un préavis négatif pour l'équipement de cette zone. Puis, un accord était intervenu entre la commune et le propriétaire, par lequel celui-ci prenait à sa charge les frais d'entretien de la route d'accès à cette zone, ainsi que tous les frais d'un éventuel élargissement de cette route. Les années ont passé, les autorités ont changé. Vingt ans plus tard, il s'avère que cette route nécessite un entretien relativement important, voire même, en fonction du développement qu'a connu cette zone, un élargissement. La commune était prête à entrer en matière pour la dépense et c'est presque par le fait du hasard que la convention, passée à l'époque entre le propriétaire du terrain et la commune, a été ressortie de son tiroir pour être produite à ce moment-là.

Comment gérer ces conventions

Comme nous l'avons vu dans les exemples que j'ai cités précédemment, l'aspect primordial que doit mettre en évidence un système d'information du territoire dans ce domaine-là est celui de signaler l'existence de tel ou tel contrat, de telle ou telle convention, de tel ou tel accord et de le signaler au bon moment. Dans la mise en place d'un tel SIT, il faudra donc être attentif à créer les liens nécessaires pour attirer l'attention lorsque se produit un événement qui doit faire apparaître l'existence d'une telle convention. Par exemple, nous l'avons vu précédemment, il existe des cas où le changement de propriétaire doit provoquer une action de la part des autorités. De même, lors de chaque octroi d'un permis de construire, l'autorité communale doit être informée de toute convention ou contrat qui existerait et qui aurait une relation avec l'objet construit.

Une fois que l’existence de ce contrat a été signalée à l’utilisateur, on peut facilement aller plus loin dans la démarche et introduire dans le système toute les pièces constitutives de ces contrats ce qui permettra de les consulter aisément.

Conclusion

Dans un monde où tout se modifie très rapidement, ou le mouvement et le changement fait partie du quotidien, il devient indispensable de posséder les outils aptes à pouvoir faire face à ces modifications. L’outil SIT est particulièrement bien adapté pour aider les autorités dans leur gestion et dans leurs décidions.

 

René Sonney
Rue Hans-Fries 5
CH-1700 Fribourg 

Texte intégral: MPG 5/2000
Commendez la revue MPG: verlag@geomatik.ch


Créer un SIT communal: pourquois, comment, avec qui?

Tout, aujourd’hui, vous pouvez tout savoir – ou presque – sur la manière de créer et d’entretenir un SIT communal ou intercommunal. L’ASIT-VD et l’Union des communes vaudoises (UCV) ont réalisé, à l’intention expresse des autorités communales, deux publications qui font toute la lumière sur les conditions de création et de gestion de ces outils d’un type nouveau.

Karin Eigenheer (2000)

L'aventure SIT

L'aventure de la mise en œuvre d'un SIT dans votre commune peut démarrer de la manière suivante. Vous êtes secrétaire municipal ou syndic et une personne en quête de renseignements se présente dans votre bureau:

"Je souhaite construire une villa sur cette parcelle et je voudrais connaître, si cela est possible, les limites de constructions, la position des collecteurs d'eaux usées, les canalisations d'eau potable, etc."

Le temps de réponse à cette demande peut être plus ou moins rapide selon le type de système d'information à votre disposition:

La mémoire humaine constitue le premier type: vous avez la connaissance parfaite du territoire de votre commune et depuis plus de 15 ans, vous avez suivi tous les chantiers. L'inconvénient survient quand vous prenez votre retraite: avec votre départ, c'est le système d'information de votre commune qui disparaît.

Les plans papier constituent le second type de système d'information: ces supports contiennent la grande partie des informations géographiques de votre commune et leur utilisation est très pratique. Les problèmes surviennent toujours quand vous en avez besoin au moment présent: "nous ne disposons pas du plan du réseau d'eau car nous l'avons mis à disposition d’un bureau d'ingénieurs", "ce bâtiment qui figure sur le plan a été démoli depuis plus de cinq ans", "les canalisations d'eaux usées sont en fait en séparatif et nous attendons les nouveaux plans depuis plus de six mois", "pouvez-vous repasser demain, le temps de regrouper toutes les informations", etc.

Votre interlocuteur, selon les réponses qu'il aura reçues, aura une piètre opinion de votre commune à l'aube du XXIème siècle. Mais dans la grande majorité des cas, la combinaison de la mémoire humaine et des plans papiers permet de satisfaire pleinement votre interlocuteur.

Le hic, c'est quand un industriel vient vous voir avec la requête suivante: "Je suis à la recherche d’une parcelle d'une superficie comprise entre 2'000 à 3'000 m2 située en zone industrielle et à moins de 200 mètres d'une conduite de gaz". Votre mémoire est peut-être infaillible, vos plans certainement à jour, mais il faut bien avouer qu'une telle demande nécessitera un certain temps pour y répondre.

Aujourd'hui, les systèmes d'information du territoire ou SIT peuvent répondre rapidement à ce type de requête. Ils constituent l'environnement informatique idéal pour gérer l'ensemble des données géographiques de votre commune quelle que soit sa taille, petite ou grande.

Les SIT permettent:

  • de regrouper et de stocker de manière organisée dans un même outil l'ensemble des informations géographiques de la commune dispersées aujourd'hui sur divers supports (mémoire vivante et plans papiers entre autres),
  • d’accéder aisément à ces données,
  • de garantir que ces informations soient exactes, fiables, cohérentes et à jour (à condition de suivre les procédures de gestion y relatives),
  • d'apporter des outils d'aide à la décision pour répondre à des requêtes complexes ou obtenir des informations de synthèse,
  • de diminuer les temps nécessaires à la collecte et à la compilation des données destinées à renseigner le citoyen, à la conception de projets ou à la prise de décision,
  • de produire des plans représentant les données désirées, à des échelles, à des cadrages et à des formats adaptés.

En bref, ils contribuent à augmenter l'efficacité des services que vous offrez dans votre commune.

16 pages pour se faire une opinion

Les spécialistes ont tendance à oublier que l’écrasante majorité de nos concitoyens n’a aucune idée de ce que veut dire le sigle «SIT» ni de ce que peut être la réalité d’un «système d’information du territoire» (voir encadré). Or parmi cette écrasante majorité, il se trouve des personnes en charge de responsabilités communales et qui, bombardées d’informations et de sollicitations de toutes sortes, cherchent désespérément des outils de gestion adaptés.

C’est à elles que s’adresse la brochure «Créer un SIT communal: pourquoi, comment, avec qui?». En 16 pages (disponibles gratuitement sur demande à l’ASIT-VD), un non-initié aux arcanes de la géomatique peut se faire une opinion fondée sur les motivations pouvant conduire à créer un SIT communal ou intercommunal, sur la manière d’en élaborer le projet et sur les partenaires enrôlés dans l’aventure. Une brochure qui - fait rare de nos jours – ne cherche à vendre aucun logiciel ni matériel informatique. Bien au contraire, l’ASIT-VD et l’UCV conseillent vivement aux communes ou aux groupes de communes de faire passer au premier plan l’analyse de leurs besoins – savoir ce qu’elles veulent avant d’aller voir un fournisseur – et les questions d’organisation – c’est aux machines de s’adapter aux personnes, et non l’inverse. Avec un tournesol en couverture, la brochure porte fièrement son ambition: semer les graines d’un réseau de SIT vaudois aux données échangeables qui, en s’étoffant progressivement, formera une formidable source d’informations chiffrées et localisées sur les réalités vaudoises.

Un guide général pour piloter

Sous un autre tournesol en couverture, l’ASIT-VD et l’UCV publient parallèlement un Guide général de mise en œuvre d’un système d’information du territoire communal ou intercommunal. Il ne s’agit plus seulement d’une brochure, mais d’un ouvrage consistant présentant, en une trentaine de pages, les conditions générales d’élaboration d’un SIT communal ou intercommunal.

  • Les étapes de création et de mise en œuvre d’un SIT prennent en compte ses trois aspects-clés: les moyens organisationnels et humains, les domaines de données prioritaires à intégrer et – seulement en troisième lieu - les moyens techniques (matériel et logiciel informatique).
  • Plusieurs scénarios sont imaginables, selon la manière de partager les responsabilités entre la commune et ses mandataires extérieurs: l’essentiel est d’assurer la pérennité de la gestion centralisée du SIT, indépendamment des acquisitions de données qui pourront enrichir le SIT progressivement.
  • Un chapitre spécial est consacré aux spécifications techniques: ce texte de vulgarisation très accessible permet à un responsable communal de repérer les enjeux à surveiller.
  • De même, un chapitre sur les coûts passe en revue les principaux postes budgétaires et explore les conditions de réalisation d’un tel investissement.

Complété par trois annexes, l’ouvrage (disponible sur commande à l’ASIT-VD) constitue un solide vade mecum pour une commune ou un groupe de communes qui, suivant la voie ouverte par les Universités, les grandes villes et les grandes entreprises, décident de profiter de la baisse des coûts de l’informatique pour s’équiper d’un SIT adapté à leurs besoins.

Karin Eigenheer
Association pour le système d'information du territoire vaudois
Coordination et secrétariat
5, rue de l'Université
Case postale 144
CH-1000 Lausanne 17

Texte intégral: MPG 4/2000
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